Catch Me If You Can (2002)

Catch Me If You Can ist eine US-amerikanische Gaunerkomödie aus dem Jahr 2002. Die Filmbiografie von Steven Spielberg basiert auf Begebenheiten im Leben des Frank Abagnale und einem Roman von Stan Redding. Abagnale wird verkörpert von Leonardo DiCaprio, der für seine Darstellung für einen Golden Globe nominiert wurde.

Frank William Abagnale Junior ist der jüngste Hochstapler und Scheckfälscher der Geschichte. Als er sich in den 1960er Jahren bei der Scheidung seiner Eltern entscheiden muss, bei welchem Elternteil er aufwachsen möchte, macht sich der 16-Jährige davon und geht nach New York. Nach zunächst primitiven Betrugsversuchen gelingt es ihm schließlich, Schecks hinreichend gut zu fälschen. Indem er die Schecks auf weit entfernte Banken ausstellt, kann er in einer Stadt viele dieser Schecks einlösen. Denn die Schecks werden per Post zu jener Bank geschickt, die sie angeblich ausgestellt hat. In dem Zeitraum, bis die Schecks dort angekommen sind, kann er ungestört weitere Schecks einlösen. Er bewundert die gesellschaftliche Stellung von Piloten und entschließt sich dazu, sich künftig als solchen auszugeben. Es gelingt ihm tatsächlich, tausende von Meilen kostenlos als Deadhead mitzufliegen und sich mit gefälschten Gehaltsschecks sein Leben zu finanzieren. Als sich der FBI-Ermittler Hanratty auf seine Spur setzt, wird Abagnales Leben jedoch zur permanenten Flucht. Trotz alledem will er den Kontakt zu seinem Vater aufrechterhalten und diesen an seinem Reichtum teilhaben lassen. Doch dieser lehnt seine Geschenke ab; er hat aufgrund von Steuerschulden die Finanzbehörden im Nacken.
Später lernt er in einem Krankenhaus die Krankenschwester Brenda kennen. Aus Liebe zu ihr bewirbt er sich um eine Stelle als Oberarzt. Obwohl er als vorgeblicher Harvard-Absolvent eigentlich überqualifiziert ist, bekommt er die Stelle. Aus Arztserien beherrscht er die Fachsprache; er kann den Eindruck erwecken, tatsächlich Mediziner zu sein, obwohl er kein Blut sehen kann.
Um die von ihrer Familie verstoßene Brenda mit dieser zu versöhnen, hält er um ihre Hand an und behauptet gegenüber der Familie, er sei Jurist und habe wie Brendas Vater in Berkeley abgeschlossen. Tatsächlich bekommt er durch diesen eine Anstellung als Staatsanwalt. Noch während der Verlobungsfeier muss Frank jedoch seine Flucht fortsetzen. Er offenbart sich Brenda in der Hoffnung, sie werde ihn begleiten. Da Brenda jedoch beschattet wird, macht sich Frank alleine auf nach Europa, abermals als Pan-Am-Pilot.
Als er langsam beginnt, seinen Verstand zu verlieren, wird der mittlerweile international gesuchte Abagnale in der französischen Provinz in Montrichard, dem Heimatdorf seiner Mutter, verhaftet. Er wird nach Amerika ausgeliefert und nach einer weiteren kurzen Flucht zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt. Doch schon bald bekommt er das Angebot, seine Strafe in Freiheit zu verbüßen, wenn er sich dazu bereit erklärt, im Betrugsdezernat des FBI bei der Aufklärung von Scheckbetrügereien mitzuhelfen. Tatsächlich arbeitet er mit Erfolg unter dem zum Leiter der Abteilung aufgestiegenen Hanratty, der zu einer Art Ersatzvater für ihn geworden ist – sein eigentlicher Vater ist bei einem Unfall ums Leben gekommen.
„Eine von Steven Spielberg mit großer Leichtigkeit inszenierte Nostalgie-Geschichte, die den Zuschauer in die bonbonfarbene Kino-Welt der 1960er-Jahre entführt. Der motivierende, aber allzu ausführlich abgehandelte Vater-Sohn-Konflikt behindert gelegentlich den Fluss der sympathischen Komödie.“
„Was für eine Erholung. Da hatte sich Steven Spielberg mit aller Verbohrtheit in die kalte, alptraumhafte Unterwelt des totalitären Überwachungssystems von Minority Report hineingeschafft, die er seinem Publikum dann doch nicht ohne die süßliche Simulation eines Märchenendes zumuten mochte – und nun, verblüffend rasch danach, jongliert er leichthändig mit den Bauteilen einer klassischen Gaunerjagdkomödie und den farbenfrohen Spielsachen des Sechziger-Jahre-Kinos, um einen Kunst-Schwindel der Luxusklasse auf die Leinwand zu zaubern.“
„Nach den bedeutungsschwangeren Der Soldat James Ryan, A.I. und Minority Report wirkt sein neuer Film jetzt fast wie eine musikalische Fingerübung; eine elegante Jazznummer, deren Melodie und Rhythmus Spielberg mit überraschender Lässigkeit beherrscht.“
Amblin’ | Duell | Columbo – Tödliche Trennung | Haus des Bösen | Savage | Sugarland Express | Der weiße Hai | Unheimliche Begegnung der dritten Art | 1941 – Wo bitte geht’s nach Hollywood | Jäger des verlorenen Schatzes | E.T. – Der Außerirdische | Unheimliche Schattenlichter | Indiana Jones und der Tempel des Todes | Die Farbe Lila | Das Reich der Sonne | Indiana Jones und der letzte Kreuzzug | Always – Der Feuerengel von Montana | Hook | Jurassic Park | Schindlers Liste | Vergessene Welt: Jurassic Park | Amistad | Der Soldat James Ryan | The Unfinished Journey | A.I. – Künstliche Intelligenz | Minority Report | Catch Me If You Can | Terminal | Krieg der Welten | München | Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels | Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn | Gefährten | Lincoln | Bridge of Spies – Der Unterhändler

Marcel Dupré

Marcel-Jean-Jules Dupré (* 3. Mai 1886 in Rouen; † 30. Mai 1971 in Meudon) war ein französischer Komponist, Organist, Pianist und Musikpädagoge.

Marcel Dupré wurde in Rouen als Sohn von Albert Dupré und Marie-Alice Chauvière geboren. Der Vater, Schüler von Alexandre Guilmant, lehrte als Musiklehrer am Lycée Corneille und war Organist an der Kirche St-Ouen de Rouen. Die Mutter war Pianistin und Schülerin von Aloys Klein. 1893 erhielt Dupré durch seinen Vater den ersten Musikunterricht. Drei Monate später spielte er zum ersten Mal öffentlich bei einer Hochzeit in Elbeuf die Orgel. 1894 hatte er als Achtjähriger eine Begegnung mit dem Orgelbauer Aristide Cavaillé-Coll, der gemeinsam mit ihm einen Spaziergang an der Seine unternahm, während die Eltern für eine Orgelweihe probten. 1896 wurde Louis Vierne in Saint-Valéry-en-Caux Zeuge seines Orgelspiels. 1902 − im Alter von 16 Jahren – begann Dupré sein Studium am Pariser Konservatorium. Er studierte zunächst Klavier bei Louis Diémer (1843–1919) und später Orgel bei Alexandre Guilmant, der bereits seinen Vater Albert Dupré (1860–1940) ausgebildet hatte. Dupré studierte außerdem Komposition bei Charles-Marie Widor. 1934 wurde er Widors Nachfolger als Organist an der großen Cavaillé-Coll-Orgel von St-Sulpice de Paris.
Er schuf ein umfangreiches Werk für Orgel, wurde Lehrer vieler bekannter Organistenpersönlichkeiten wie Olivier Messiaen, Marie-Claire Alain, Pierre Cochereau, Jeanne Demessieux und Jean-Jacques Grunenwald, und prägte den Orgelstil und die Qualität der Organisten seiner Zeit.
Duprés Gesamtwerk umfasst rund einhundert Werke für Klavier, Orgel, Orchester, Chor und Kammermusik, wobei einige Jugendwerke bisher nicht veröffentlicht wurden. Sein kompositorischer Schwerpunkt war jedoch die Orgel. Als brillanter Konzertorganist und Improvisator unternahm Dupré zahlreiche weltweite Konzerttourneen. Einige seiner wichtigsten Orgelwerke entstanden durch Improvisation und wurden vom Komponisten nachträglich aufgezeichnet, so etwa op. 18, 23, 29 und 57.
Außer seiner kompositorischen Tätigkeit trat er auch als Herausgeber der Orgelwerke von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart und Georg Friedrich Händel hervor, gab aber auch Werke von César Franck, Robert Schumann, Felix Mendelssohn Bartholdy und Franz Liszt heraus.

Looft

Looft ist eine Gemeinde im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein.

Looft liegt etwa 10 km nördlich von Itzehoe in ländlicher Umgebung. Wenige Kilometer westlich verläuft die Bundesautobahn 23 von Itzehoe nach Heide, wenige Kilometer nördlich die Bundesstraße 430 nach Neumünster und wenige Kilometer östlich die Bundesstraße 77 von Itzehoe nach Rendsburg.
Die Bekau, der Nonnenbach, der Lammsbek, der Schönbek, der Siersbek, der Reihnkampsbach, der Voßbergsbach und der Tannenwiesenbach fließen durch die Loofter Gemarkung.
Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Kathstelle, Schönbek und Teichkate.
Die Dörfer in der Gegend von Looft sind in verschiedenen Zeiträumen entstanden und haben dabei verschiedene Formen entwickelt. Die Besonderheiten der Landschaft, der Verlauf der Auen und Wege und der einst wassergefüllten Täler haben diese Entwicklung beeinflusst. Laut der Schleswig-Holstein Topographie von 2005 bezeugen Flintartefakte wie Beile und Flintdolche die Anwesenheit von Menschen auf dem heutigen Gemeindegebiet schon in der Jungsteinzeit (etwa 4300 bis 2300 vor Christi). Als eindrucksvolle Zeugen ihrer Bestattungskultur hinterließen sie unter anderem ein sogenanntes Riesenbett (länglicher Grabhügel mit mehreren Steinkammern). Diese Grabstelle befindet sich im östlichen Teil der Gemarkung im Staatsforst (Scharfenhorn). Es ist allerdings überwiegend zerstört. Neben diesem Riesenbett befanden sich in Looft noch mehrere Hügelgräber (Hünengräber) aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit (etwa 2300 bis 1600 vor Christi), die allerdings zwischenzeitlich eingeebnet wurden. Aus einem Grab stammen zwei Bronzeschwerter und ein Bronzedolch, die 1887 gefunden wurden. In einem weiteren Hügel fanden Ausgräber 1893 eine Speerspitze, einen Dolch und ein Schwert. Reste von Eisenschlacken, die 1976 gefunden wurden, deuten auf eine vorgeschichtliche Eisenverhüttung hin.
Die vorgeschichtlichen Bewohner der Landschaft legten ihre Siedlungen gern auf Sandhöhen an, die von Wiesen und sumpfigem Gelände umgeben waren. Das Dorf Looft selbst liegt in Höhen von 6 bis 14 Metern über NN und die höchste Erhebung der Gemarkung, der Bollsberg, kann immerhin eine Höhe von 33 Meter über NN aufweisen. Obwohl dieser Berg seit Generationen Rolfsberg genannt wird, steht in den offiziellen Flurkarten Bollsberg. Der Platz für ihren Wohnsitz musste den Bewohnern Nahrung bieten, ihnen die Möglichkeit geben, sich in kalter Jahreszeit gegen die Kälte zu schützen, ihnen Baumaterial für ihre Behausungen und für diese wiederum feste Bauplätze gewähren. Einen solchen Siedlungsplatz stellte wohl auch die Gemarkung dar. Die Bekau sorgte für die Bewässerung der Wiesen, lieferte Fische und bot genügend Trinkwasser für Mensch und Tier. In dem östlich gelegenen Moor- und Heidegebiet konnten sich die Menschen Torf machen und Heide als Streu fürs Vieh gewinnen. Da der Ortsname Looft nach allen bisherigen Erkenntnissen auf das Vorhandensein von großen Wald- und Gehölzflächen schließen lässt, kann man davon ausgehen, dass hier auch genug Holz als Bau- und Brennmaterial zur Verfügung stand. Nach der Größe der Gemarkung und ihrer Namensform zu schließen, gehören Drage und Looft zu den ältesten Ansiedlungen im Holstengau. Looft wird 1281 erstmals erwähnt und hier als „Lovethe“ bezeichnet, das von „Loof gleich Laub“ abgeleitet Gehölz oder Wald mit Laubbäumen bedeutet. Weiter könnte der Name mit Lohe, dem Gerbstoff in der Baumrinde, in Verbindung gebracht werden.
Von den neun Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2013 vier Sitze, die Wählergemeinschaft AAWG hat drei und die Wählergemeinschaft AWG zwei Sitze.
Blasonierung: „Durch einen erniedrigten silbernen Wellenbalken von Blau und Rot geteilt. Oben eine silberne Doppeleiche, unten ein linksgewendetes, liegendes goldenes bronzezeitliches Schwert.“
Die Doppeleiche in der Ortsmitte der Gemeinde Looft wurde 1928 als Sinnbild für die unauflösliche Verbindung bzw. unteilbare Einheit Schleswig und Holsteins gepflanzt. Der Wellenbalken symbolisiert die Bekau, die durch das Gemeindegebiet fließt. Das goldene Schwert im Schildfuß verweist auf einen archäologischen Grabungsfund in der Gemarkung Looft. Weitere vorgeschichtliche Funde im Gemeindegebiet belegen eine frühe Besiedlung dieser Region. Die Farben Blau, Weiß und Rot bringen die Landeszugehörigkeit zum Ausdruck.
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Mercator Cooper

Mercator Cooper (* 29. September 1803 in Southampton (New York); † März oder April 1872 in Barranquilla, Kolumbien) war ein US-amerikanischer Schiffskapitän. Er war das zweite von fünf Kindern seiner Eltern und heiratete 1830. Mit seiner ersten Frau hatte drei Kinder. Nachdem seine erste Frau 1858 gestorben war, heiratete er ein zweites Mal. Bekannt wurde er im Zusammenhang mit zwei Ereignissen: Der erste offizielle Besuch eines amerikanischen Schiffs in Tokio und die erste Landung auf antarktischem Festland.

Als Kapitän des Walfängers Manhattan konnte er am 14. oder 15. März 1845 die Besatzungen von zwei seeuntauglich gewordenen japanischen Handelsschiffen südlich des japanischen Festlandes aufnehmen. Bei dieser Gelegenheit nahm er von einem der aufgegebenen Schiffe eine Karte mit, die er nach seiner Heimkehr der US-Regierung übergab. Diese genaue Karte der japanischen Inseln wurde einige Jahre später von US-Kriegsschiffen bei ihrer Fahrt nach Japan benutzt.
Mit den japanischen Seeleuten an Bord nahm er Kurs auf die Bucht von Tokio. Kurz vor Erreichen der Bucht gingen vier der Geretteten von Bord und sandten eine Nachricht ab, wonach das große Segelschiff die restlichen Überlebenden direkt in Tokyo abliefern wolle.
Am 16. April 1845 teilte ihm ein Abgesandter des Shogun Tokugawa Ieyoshi mit, dass er die Erlaubnis habe, in die Bucht von Tokio einzulaufen. Dies war ein absolut ungewöhnlicher Vorgang, da Japan während der Edo-Zeit die Politik des Sakoku praktizierte und jeglichen Kontakt mit Fremden strikt vermied. Als Cooper dann in die Bucht einlief, wurde er von ca. 300 kleineren und größeren japanischen Booten begleitet.
Er wurde freundlich empfangen, eine japanische Delegation kam an Bord und inspizierte sein Schiff. Besonderes Interesse fanden die Japaner an dem afroamerikanischen Besatzungsmitglied Pyrrhus Concer – offensichtlich hatten die Japaner bis dahin noch nie einen Menschen mit schwarzer Hautfarbe gesehen. Man dankte ihm für die Rettung der Seeleute und schenkte ihm großzügig Vorräte: Wasser, 20 Säcke Reis, zwei Säcke Weizen, einen Sack Mehl, elf Säcke mit Süßkartoffeln, 50 Hühner, zwei Klafter Holz und zehn Pfund Tee. Am 21. April 1845 wurde wieder von hunderten Booten aus der Bucht hinaus begleitet.
Einige Jahre später schrieb Mercator Cooper erneut Geschichte. Diesmal war er unterwegs als Kapitän des Schiffes Levant, welches die Aufgabe hatte, Wale und Robben zu jagen. Bei seiner Fahrt durch das Rossmeer kam er dicht ans Festland der Antarktis heran. Am 26. Januar 1853 (im Sommer der Südhalbkugel) wurde Land gesichtet, er ging vor Anker und fuhr mit einem Beiboot an Land. Es wurden zahlreiche Pinguine vorgefunden, jedoch keine Robben – das eigentliche Ziel der Mission. Es handelte sich dabei tatsächlich um antarktisches Festland und nicht nur um Schelfeis. Der Landgang erfolgte bei Oates-Coast auf Viktorialand und war der erste dokumentierte Landgang von Menschen in der Antarktis. Das Logbuch dieser Fahrt ist erhalten geblieben und heute online aufrufbar.
Cooper starb in Kolumbien, wo er sich zur Ruhe gesetzt hatte. Der Todeszeitpunkt wird unterschiedlich angegeben. Teilweise wird der 23. März 1872 genannt, teilweise der 24. April 1872.

Hardt (Westerwald)

Hardt (mundartlich: Hoord) ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bad Marienberg (Westerwald) an.

Die Gemeinde liegt im Westerwald zwischen Limburg und Siegen. Die Nister, die zum Einzugsbereich der Sieg gehört, bildet die südliche Grenze der Gemeinde.
Die südlich der Ortslage liegende Hardtermühle liegt auf dem Gemeindegebiet von Hahn bei Marienberg.
1332 wurde die Gemeinde Hardt im Zusammenhang mit der Hardtermühle erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom althochdeutschen hart (= „Waldhöhe“ oder „Waldabhang“) ab. In der Gemarkung, vermutlich in der Schlucht nach Erbach, lag der nach 1440 untergegangene Ort Gilhain oder Gielhayn (ahd. gil = „enges Tal“, „Schlucht“). 1492 gab es noch den Weiler „Zur Höhe“.
Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Hardt, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:
Der Gemeinderat in Hardt besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzende.
→ siehe Liste der Kulturdenkmäler in Hardt (Westerwald)
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Crazy World

Besetzung
Studios
Crazy World (engl. für: „Verrückte Welt“) ist das elfte Studioalbum der deutschen Hard-Rock-Band Scorpions, das Ende des Jahres 1990 erschien. Der kommerzielle Erfolg des Albums wurde größtenteils durch den Welthit Wind of Change erzielt, der als sogenannte „Hymne der Wende“ bezeichnet wird. Es handelt sich um das letzte Album der Band, das in der „klassischen“ Besetzung der Scorpions aufgenommen wurde, bevor der Bassist Francis Buchholz im Mai 1992 die Band verließ.

Mit Crazy World war die Band erstmals seit dem 1974 aufgenommenen Album Fly to the Rainbow selbst für die Produktion eines Albums verantwortlich. Nach einer im Folgejahr begonnenen langjährigen Zusammenarbeit mit Dieter Dierks gingen der Produzent und die Gruppe nach den Aufnahmen des Vorgängeralbums Savage Amusement Ende der 1980er-Jahre nach einem ausgelaufenen Vertrag getrennte Wege. Nach dieser im beidseitigen Einverständnis vollzogenen Trennung fühlten sich die Scorpions bei der Produktion von Crazy World laut Klaus Meine „wie Vögel, die man aus dem Käfig lässt“.
Die Band verfolgte nun das Ziel, zu beweisen, dass sie auch ohne Dierks weiterhin Erfolg haben können. Die Scorpions fragten bei dem internationalen Produzenten Bruce Fairbairn (Bon Jovi, Def Leppard) an, das spätere Crazy-World-Album zu produzieren. Fairbairn war jedoch durch Arbeit mit den Bands Poison, Europe und AC/DC bereits verhindert. Jedoch erklärte sich Fairbairn später bereit die Produktion des Nachfolgers Face the Heat (1993) zu übernehmen. Über Fairbairn kam schließlich der Kontakt zu dem Produzenten Keith Olsen zu stande, der bereits mit Bands wie Foreigner und Whitesnake zusammengearbeitet hatte und sich an der Produktion beteiligte. Olsen kritisierte die im „radebrechenden“ Englisch verfassten Texte der Scorpions und schickte die Band zunächst nach Vancouver zu dem Songwriter Jim Vallance, der für einige der Musikstücke auf Crazy World mitverantwortlich ist. Das Album wurde hauptsächlich in den Goodnight L.A. Studios in Los Angeles (Kalifornien, USA) sowie auch in den Wisseloord Studios in Hilversum (Niederlande) aufgenommen. Das Album wurde mit dem Trident DI-AN-System mit SSL-Pulten und D.A.S.H.-Formatrekordern digital aufgenommen und gemischt. Die Produktion des Albums kostete anderthalb Millionen Deutsche Mark.
Lange Zeit während der Produktion des Albums sollte dieses den Titel Restless Night tragen. Als jedoch Schlagzeuger Herman Rarebell am Ende der Produktionsphase des Albums den 41. Präsident der USA, George H. W. Bush, im amerikanischen Fernsehen „You have to realize, we live in a crazy world“ (zu deutsch: „Ihr müsst einsehen, dass wir in einer verrückten Welt leben“) ausrufen sah, erkannte dieser das Potential der letzten beiden Wörter Bushs und setzte damit den Titel Crazy World für das Album durch. Rarebell bemerkte dazu in einem Interview mit der Saarbrücker Zeitung im Jahr 1991: „Die politische Entwicklung in Deutschland und Europa ist verrückt – a crazy world. Vor zwei Jahren hätte wohl kaum einer geglaubt, dass die Mauer fallen und Deutschland wiedervereinigt würde.“
Da sich bei der Produktion von Crazy World einige Gegebenheiten des Vorgängeralbums Savage Amusement (1988) und auch anderer Alben erübrigt hatten, so hat sich auf diesem Album auch der Klang der Gruppe gegenüber seinen Vorgängern hörbar weiterentwickelt. Durch die Trennung von ihrem langjährigen Produzenten Dieter Dierks, der für die Produktion aller Scorpions-Alben von Mitte der Siebziger-Jahre bis zum Ende der 1980er-Jahre verantwortlich war und damit auch entscheidend die musikalische Entwicklung der Band entscheidend beeinflusst hat und durch den amerikanischen Produzenten Keith Olsen ersetzt, übte damit erstmals in der Geschichte der Scorpions ein Produzent direkten internationalen Einfluss auf die Musik der Band aus. Dieser überträgt sich zusätzlich auch durch die Zusammenarbeit mit dem Kanadier Jim Vallance, der die Mitglieder beim Schreiben ihrer Songs unterstützte. Folglich sind zahlreiche Texte dieses Albums von typisch-amerikanischen Redewendungen und Ausdrücken geprägt.
Der grundlegende Musikstil der Band hat sich nicht erheblich gegenüber seinen Vorgängern verändert. Wie gewohnt stehen Rudolf Schenkers Rhythmusgitarren im Einklang mit der meist virtuosen Leadgitarren-Führung von Matthias Jabs, der auch hier, wie beim Lied Media Overkill vom Vorgängeralbum Savage Amusement, auf Money and Fame die Talkbox spielt. Dazu kommt der Bass von Francis Buchholz und das gegenüber älteren Scorpions-Aufnahmen nun wesentlich druckvoller produzierte Schlagzeug von Herman Rarebell. Insgesamt klingen die Lieder auf Crazy World etwas „frischer“ und zeitgemäßer und auch die Songstrukturen sind etwas anders aufgestellt als bei den früheren Alben. Handelte es sich bei den zumeist acht oder neun Stücken der vorherigen Alben meistens um etwa vier Minuten lange Songs, so werden die Lieder auf Crazy World etwas „ausgiebiger“ gespielt (mehr Wiederholungen von Refrains, längere Solis), im Durchschnitt geht jeder Song auf dem Album knappe fünf Minuten. Insgesamt klingen die Songs im Vergleich zum Nachfolger Face the Heat, auf dem sich die Band auf viele Experimente eingelassen hat, stilistisch gesehen recht ähnlich, womit die elf Titel „wie aus einem Guss“ wirken.
Die erstmalige internationale Unterstützung, welche die Band durch Songwriter Jim Vallance (Aerosmith, Bryan Adams) über die Vermittlung durch Produzent Olsen erfuhr, macht sich auf einigen der Texte bemerkbar. Im Vergleich zu früheren Texten, die hauptsächlich von Sänger Klaus Meine geschrieben wurden, enthalten sie neben dem teils etwas internationaleren Formulierungsstil einige amerikanische Slang-Ausdrücke und -formulierungen, die man bislang bei den Liedern der Scorpions eher vergebens suchte, wobei auch einige Songs der früheren Uli-Jon-Roth-Jahre, die der ehemalige Gitarrist der Band selbst schrieb, durchaus von internationaler Sprache zeugten. Lediglich auf die Songs To Be with You in Heaven, Wind of Change, Money and Fame und Send Me an Angel, an denen Vallance nicht mitwirkte, trifft dies nicht zu. Viele Texte handeln (mehr oder weniger) von sexuellen Aktivitäten (Tease Me Please Me) oder auch von „ruhelosen Nächten“ im Stile eines Rockstars (Restless Nights).
Als wichtigster Autor des Albums erwies sich jedoch Sänger Klaus Meine: Er verarbeitete Erlebnisse, die die Band beim Moscow Peace Festival im Sommer 1989 hatte, in dem in Europa erfolgreichsten Song des Albums: Wind of Change. Meine schrieb hierzu nicht nur den Text, sondern komponierte zusätzlich auch erstmals bei einem Scorpions-Song die Musik. Gitarrist und Bandgründer Rudolf Schenker, der die meisten aller Scorpions-Kompositionen schrieb, war sich anfangs (u. a. aufgrund des Pfeifens im Lied) nicht sicher, ob dieses Lied veröffentlicht werden sollte. Die amerikanische Plattenfirma meldete sich sogar telefonisch bei dem Bassisten Francis Buchholz und bat ihn, auf Meine einzuwirken, dass auf das Pfeifen verzichtet würde. Dies führte dann zu einer erheblichen Störung der Zusammenarbeit zwischen Meine und Buchholz, die mit der Trennung von Buchholz und der Band 1992 endete. Heute gilt das Lied jedoch als fester Bestandteil der Popkultur und ist als erfolgreichste Single des Jahres 1991 (Nummer 1 in elf Ländern) beachtlich am Erfolg des gesamten Albums beteiligt. Wind of Change sollte auch nicht Meines letzter selbstkomponierter Song für die Scorpions bleiben.
Auf dem Frontcover des Albums ist zunächst ein rechtsbündiger schwarz/weißer Schriftzug mit dem Bandnamen (obere Zeile) und dem Albumtitel (untere Zeile) zu sehen. Darunter befindet sich auf der linken Seite eine weibliche Hand (man beachte die etwas längeren Fingernägel), die einen Schlüssel in ein Schlüsselloch hineinsteckt. Das Schlüsselloch mit dem dazugehörigen Türenausschnitt ist dabei von der Seitenansicht zu sehen. Daneben, also hinter dem Türschloss, befindet sich ganz rechts eine Fläche von ungefähr einem Viertel des Gesamtcovers, welche mit einer weiteren zur Hälfte geöffneten Tür ausgefüllt ist. Dabei ist zu erkennen, dass sich hinter dieser Tür eine Landschaft befindet, da man einen blauen Himmel und einen großen Baum dahinter erkennen kann. Dieser Bildausschnitt hebt sich von dem gesamten Rest des Covers, welches größtenteils gräulich und nicht besonders farbenfroh gestaltet ist, deutlich ab. Im Hintergrund der rechten Tür ist eine trübe Stadtlandschaft abgebildet, welche sich von dem, was sich hinter der Tür befindet, negativ abhebt.
Auf dem Backcover des Albums ist neben der Titelliste und den bekannten Schriftformen der Plattenfirmen ein Schlüsselloch zu sehen. In diesem Schlüsselloch ist das linke Auge sowie ein Teil des Mundes der Frau zu erkennen, die auf dem vorderen Cover auch den Schlüssel in der Hand hält. Auf dem so genannten Inside-Cover des Albums, welches auf der linken Seite neben dem Tonträger selbst beim öffnen der Hülle zu sehen ist, sind hinter der bereits erwähnten grauen Stadtlandschaft insgesamt sieben Türen mit der ebenfalls bekannten Landschaft mit den Bäumen zu erkennen. Neben der größten Tür auf der linken Seite werden die Türen dabei, umso weiter man nach rechts blickt, immer kleiner. Über den Türen ist auch ein etwas bewölkter Himmel zu sehen. Dieser Teil des Covers ist wie auch das Front- und das Backcover hauptsächlich in einem Grauton gehalten.
Die CD selbst zeigt mit schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund auf der oberen Seite das auch auf dem Frontcover verwendete Logo mit Interpret und Albumtitel. Darüber befindet sich das Logo der Plattenfirma „Mercury Records“. Auf der unteren Seite der CD ist die Titelliste inklusive der Spiellängen der jeweiligen Lieder abgebildet. Diese wurde zwischen Titel 6 und Titel 7 auf den beiden Seiten (obere und untere CD-Hälfte) getrennt. Unter der Titelliste befinden sich die auch die auf dem Backcover abgebildeten üblichen Logos. Das ganz in weiß gehaltene Booklet enthält in schwarzer Schrift die elf Songtexte der einzelnen Lieder sowie ein von Ross Halfin fotografiertes Schwarz/weiß-Foto der Gruppe.
Im Booklet richtet die Band u. a. auch eine Dankessagung an Jim Vallance mit den übersetzten Worten: „Besonderen Dank an Jim Vallance für seine unbezahlbare Hilfe während des kreativen Prozesses“ (übersetzt). Zum Schluss der Dankessagungen heißt es in dem CD-Booklet: „Wir hoffen ihr habt so viel Freude beim zuhören wie wir bei den Aufnahmen. Danke an Keith, Erwin und Shay!… Ihr Jungs seit großartig!“ (übersetzt).
Die anschließende Crazy World Tour 1990–1991 begann mit einem Konzert in der italienischen Stadt Florenz am 25. November 1990, fast drei Wochen nach Erscheinen des Albums. Die insgesamt fast 150 Konzerte umfassende und ein Jahr andauernde Tournee führte sie unter anderem in Städte wie Budapest (Ungarn), Paris (Frankreich), Helsinki (Finnland), Kopenhagen (Dänemark) und Stockholm (Schweden). Außerdem spielten sie auch zwei Konzerte in der Londoner Wembley Arena, wo bereits Bands wie Genesis, Queen und ABBA aufgetreten sind. In Nordamerika traten sie bei 92 Konzerten auf, dieser Teil der Tournee begann am 20. Februar 1991 in Albuquerque und führte die Band einmal quer durch die Großen Hallen der USA und von Kanada. In Los Angeles spielten sie außerdem zwei Konzerte im Forum, die Band Motörhead trat bei diesen beiden Konzerten als Vorband auf. Das letzte Konzert der Nordamerikatournee fand am 28. Juli 1991 in der kanadischen Stadt Bristol statt. Die Tour beinhaltete insgesamt auch 15 Konzerte in Deutschland, zwei davon fanden in der Deutschlandhalle in Berlin statt, weitere Auftritte folgten in Dortmund (Westfalenhalle), Mannheim, Münster, Nürnberg, Kassel, München (Olympiahalle), Stuttgart, Saarbrücken und Oldenburg. Das letzte Konzert der Tour fand ebenfalls in Deutschland, am 5. November 1991 in der Frankfurter Festhalle, statt. Als Vorgruppen dienten u. a. Mr. Big, Winger und Trixter. Die Auftritte in Berlin wurden mitgeschnitten und als VHS veröffentlicht. Ein Großteil dieses Mitschnittes ist außerdem auch auf der DVD A Savage Crazy World enthalten.
Während der Crazy World Tour 1990–1991 spielten die Scorpions bis auf wenige Ausnahmen alle Songs aus diesem Album live. Dies änderte sich jedoch schon bei der darauffolgenden Face the Heat Tour 1993–1994, wo sich lediglich Hit Between the Eyes, Don’t Believe Her und ihre Powerballade Wind of Change als festerer Bestandteil ihrer Konzerte aus Crazy World behaupten konnten. Im Laufe der Jahre und der zahlreichen Tourneen der Band, die später folgten, blieb schließlich nur noch Wind of Change wirklich dauerhaft aus diesem Album ein Bestandteil der Setlist auf ihren Konzerten. Es wird zumeist nach Still Loving You und vor dem Abschlusssong Rock You Like a Hurricane zum Besten gegeben. Auf jüngeren Tourneen jedoch wurden wieder mehrere Songs aus diesem Album live präsentiert: So spielten sie im Jahr 2006 als Headliner beim Wacken Open Air Festival zahlreiche Songs, die zuvor von ihren Fans im Internet ausgewählt wurden. Darunter befanden sich zwar Don’t Believe Her und Tease Me Please Me, doch Wind of Change wurde hierbei wiederum nicht berücksichtigt. Auf der Humanity World Tour 2007 – 2009 fanden sogar noch mehrere Songs aus dem Album wieder ihren Weg auf die Setlist: So wurden hier die Lieder Tease Me Please Me, Don’t Belive Her, Wind of Change, Hit Between the Eyes und Send Me an Angel live gespielt, letzterer zumeist in einer an Acoustica angelegten Akustikversion. Bei dieser Tournee griffen sie auch von mehreren ihrer Alben auf lange nicht mehr gespielte Songs zurück. Auf der Setlist ihrer Get-Your-Sting-and Blackout-Abschiedstournee (später auch Final-Sting-Tournee benannt) stehen aus dem Crazy World-Album die Lieder Tease Me Please Me, Send Me an Angel sowie das Lied Wind of Change im Zugabenteil.
Dieser Song fungierte sowohl als Eröffnungstitel des Albums als auch als damalige Vorab-Single, welche im Herbst 1990 erschien, als Einführung zu dem Album. Die Single enthielt das zur Veröffentlichung noch nicht bekannte Kicks After Six als B-Seite. Zu Tease Me Please Me drehte die Band auch ein Musikvideo, welches sie hauptsächlich wild spielend in einer Tiefgarage zeigt. Der Gag daran ist, dass die Garage einem Liebespaar gehört und man zu Beginn des Videos den Mann sieht, wie er sich von seiner jüngeren Freundin verabschiedet und zur Arbeit geht. Kurz darauf erscheint die Band mit ihren Musikinstrumenten im Gepäck. Als der Mann am Abend zurückkommt, gibt die Frau die Band als Handwerker aus und meint zu ihm, sie müssten morgen noch einmal erscheinen, sie leisten jedoch gute „Arbeit“. Der Song erreichte Platz 8 der US-Mainstream-Rock-Charts. Durch seinen wuchtigen und einprägsamen Gitarren-Riff und den hymnenartigen Refrain kann das Lied als typischer Eingangstitel eines Scorpions-Albums gesehen werden. Das Lied selbst erzählt die Geschichte eines „wilden“ Mannes, der schon viele Mädchen kennen gelernt hat und oftmals auch mit ihnen Geschlechtsverkehr hatte – dies wird im Text selber jedoch eher „umschrieben“. So sagt bereits der Songtitel aus, dass das Mädchen den Mann „quälen“ („tease“) soll, um ihn zu „befriedigen“ („please“).
Don’t Believe Her wurde als zweite Single aus dem Album ausgekoppelt und erreichte Platz 13 der US-Mainstream-Rock-Charts. Die Single erschien mit den Live-Aufnahmen der Songs Big City Nights und Holiday eines Konzertes in Moskau sowie erneut dem Song Kicks After Six als B-Seite. Zwar wurde auch zu diesem Song ein Musikvideo veröffentlicht, dabei handelt es sich jedoch lediglich um eine Live-Aufnahme mit Studio-Synchronisation. Der Song handelt von einer gewissenlosen und niederträchtigen Frau, die Männern „den Himmel auf Erden“ (heaven on earth) verspricht und sie hinter ihrem Rücken betrügt. Diese Erfahrung hat auch der Erzähler gemacht und möchte in diesem Liedtext seinen Freund warnen, nicht auch denselben Fehler zu machen und ihr nichts zu glauben, was sie sagt („don’t believe her“). Weiterhin wird die Frau in dem Text unter anderem als geisteskrank („insane“) und als „Aufmerksamkeitserreger“ („teaser“) beschrieben.
Dieser Song gehört zu den wenigen „klassischen“ Scorpions-Songs auf dem Album, die ohne den Einfluss von Jim Vallance entstanden und damit frei von amerikanischem Slang sind. Der Text handelt von einem Mann, der hoffnungslos in eine Frau verliebt ist, die seine Liebe jedoch nicht erwidert. Der Erzähler zählt in den Strophen zahlreiche Dinge auf, die sie ihm antun kann. Dazu zählen u.a. das abschmettern („shoot me down“) und Wegwerfen seiner Liebe („trash our love“) sowie das Zertrümmern seines Herzens („smash my heart“) und das verschwenden seiner Zeit („waste my time“). All diese Dinge können nichts an den Gefühlen des Mannes („you can’t change my mind“) und dem damit verbundenen Wunsch, mit der Frau im Himmel zu leben („to be with you in heaven“) ändern. Er würde auch durch die dunkelste Hölle gehen („I would go through the darkest hell“), damit sich sein Traum erfüllen würde, auch wenn die Gefühle der Frau unverändert bleiben würden. Seine würden sich jedoch auch dort nicht ändern, da es im Himmel keine Heilung gibt, die Liebe außer Gefecht setzen kann („there’s no cure for love that kills“).
Wind of Change, die erste von zwei Balladen dieses Albums, ist der erfolgreichste Single-Hit der Band. Sänger Klaus Meine schrieb dieses Lied nach der Inspiration, die er und die Band beim Moscow-Music-Peace-Festival-Konzert am 12. und 13. August 1989 gesammelt hatten. Dieses Konzert fand im Moskauer Olympia-Stadion statt und wurde mit 260.000 Zuschauern besucht. Laut Klaus Meine war der Moment, als so viele Russische Staatsbürger zusammen mit einer deutschen Band Still Loving You mitsangen, der entscheidende Augenblick, der ihn zum im September 1989 geschriebenen Song inspirierte. Später feierte das Lied durch Ereignisse wie dem Fall der Berliner Mauer und dem Beenden des Kalten Krieges großen Erfolg. Der Song war in elf Ländern auf Platz eins in den Charts gelistet und ist mit 14 Millionen verkauften Singles die erfolgreichste Single des Jahres 1991. Interessanterweise wurde dieser Song aber in den USA kaum im Radio gespielt. Erst durch die errungene Beliebtheit dieses Liedes erwies sich ihr Album Crazy World als großer Erfolg und erlangte zeitgleich mit Wind of Change die vorderen Plätze der Albumcharts zahlreicher Länder.
Hierbei handelt es sich um das längste Stück dieses Albums, es enthält einen gewaltigen, Scorpions-typischen Powerchord-Riff, der von einem sich häufig wiederholenden Refrain unterstützt wird. Er handelt von wilden und aufregenden bzw. ruhelosen Nächten („restless nights“) in Orten wie Tokio („die hard in Tokyo“), Dallas („hot shot in Dallas“) und Paris („big time in Paris“). Als B-Seite der Erfolgssingle Wind of Change verkaufte sich der Song allein auf der Single weltweit 14 Millionen Mal.
In dem Text dieses Liedes dreht es sich, wie bereits der Titel verrät, um die Frage: „Lust oder Liebe?“. Die beschriebene Person ist auf der Suche nach einer Liebe, die für immer hält („searchin‘ for love that lasts forever“). Dabei kann er nicht zwischen einem Lustgefühl und dem Gefühl des Verliebtseins unterscheiden. Er spürt jedoch etwas, von dem er nicht genug bekommen kann („I can’t get enough“). Nun ist er auf der Suche nach jemandem dem er trauen kann („who can I trust“), das heißt eine Frau zu finden, die ihn nicht nur durch seinen männlichen Antrieb gefällt, sondern die für ihn diejenige ist, mit der er seine Liebe teilen möchte. Die eigentliche Frage dieses Liedes wird jedoch nicht beantwortet, doch die Textzeile Still looking for more, it’s never enough deutet darauf hin, dass es die Lust ist, die ihn stets antreibt und er sich deshalb möglicherweise nicht im „klassischen“ Sinne verlieben kann, da ihm dazu einfach zu viele gefallen und er sich nicht auf eine bestimmte Frau festlegen kann.
Obwohl dieses Lied nie als eigenständige Single ausgekoppelt worden ist, so ist es zumindest auf zwei Singles (Tease Me Please Me, Don’t Believe Her) als B-Seite erschienen. Es handelt von einer Frau, die sieben Tage die Woche in einer Justizvollzugsanstalt arbeitet und dort zwischen 9 und 17 Uhr Sklave der „Krawatte und des Anzugs“ (also ihres Chefs) ist und nach 18:00 Uhr („after six“) ihre kicks, also die eigentlichen Freuden des Lebens, erfährt.
Dieser Song wurde als fünfte und letzte Single aus dem Album ausgekoppelt. Die Single enthielt neben der Album-Version auch eine Live-Version des Titels. Auf einigen Versionen der Single war zusätzlich das von Trevor Jones stammende Stück Alex Julie’s Love Theme vertreten. Der Song Hit Between the Eyes ist im Abspann des Films Freejack – Geisel der Zukunft als Soundtrack verwendet worden, weshalb auf einigen Ausgaben der Single auch dieser zweiminütige Filmmusikausschnitt vertreten ist. Der Text handelt von einer „Gefahrenzone“ („dangerzone“), aus der man nur schwer lebendig hinaus kommt. Dort wird mit einer 45er-Schusswaffe gedroht, mit der man sich nicht anlegen sollte. Der Erzähler meint zwar, er sei bereit für diesen Schlag zwischen die Augen („hit between the eyes“), gleichzeitig beteuert er jedoch auch er sei viel zu jung zu sterben (I’m much too young to die), doch irgendjemand wird ihn schon wieder rausboxen („someone get me out of here alive“). Von allen elf Liedern des Albums spiegelt dieser wohl am ehesten das internationale Lebensgefühl der Amerikaner wider.
Money and Fame handelt von einer egoistischen und selbstverliebten Freundin des Erzählers, welcher ihr zu erklären versucht, dass sie nichts über das Lieben und Geben weiß („you know nothing about loving“, „you nothing about giving“) und dass sie ein gefährliches Spiel spielt („you play a dangerous game“). Sie spiele mit Gefühlen („you play, play with emotions“) und kann ihre eigenen Emotionen nicht zeigen („when will, will you show your feelings“), sie sei nur ausschließlich auf Geld und Ruhm aus („all you want is money and fame“) und würde dabei menschliche Ideale wie die Liebe völlig außer Acht lassen.
Das Titelstück des Albums beinhaltet die Kernaussage „Wir leben in einer verrückten Welt“. Hingegen des Liedes bezieht sich der Titel des Albums dabei hauptsächlich auf die politische Entwicklung der Welt (siehe Interviewausschnitt mit Herman Rarebell im Absatz „Albumtitel“). Im Lied selber ist es eher der triste Alltag, welcher für den Erzähler die Welt so verrückt erscheinen lässt. Weitere angesprochene Gründe sind die überwiegend negativen Neuigkeiten bzw. Ereignisse aller Art sowie die Macht der Regierung. Völlig frei von politischer Kritik ist der Text jedoch nicht, denn in einer Zeile heißt es „Bust my balls for the tax man, so what else can I say, they spent our money on missiles, for the third world war“ (zu deutsch: (Ich) sprenge meine Kanonenkugel für das Finanzamt, also was kann ich noch sagen, die geben unser Geld für Raketen für einen dritten Weltkrieg aus).
Mit Send Me an Angel schließt das Album, wie von anderen Scorpions-Alben nicht anders gewohnt, mit einer tragenden und gefühlvollen Ballade. Das Lied handelt von einem verlassenen Mann, welcher sich im Land des Morgensterns („in the land of the morning star“) verirrt hat. Ein weiser Mann („the wise man“) hilft ihm jedoch mit nützlichen Ratschlägen (zum Beispiel auf den Ruf seines Herzens zu hören oder sich bei der Suche nach den Rosen vor den Dornen in Acht zu nehmen) den richtigen Weg nach Hause zu finden, der Erzähler fragt derweil seine Geliebte, ob sie ihm einen Engel schicken wird („will you send me an angel“). Auch dieser Song wurde als Single veröffentlicht und enthielt als B-Seite den Titeltrack Crazy World. Ein dazu passendes Musikvideo wurde ebenfalls veröffentlicht. Als Nachfolgesingle von Wind of Change erreichte der Song Platz 5 der deutschen Single-Charts.
Als erste Single wurde kurz vor Erscheinen des Albums Tease Me Please Me veröffentlicht. Im Frühjahr 1991 folgte die Single Don’t Believe Her und im April 1991 erschien mit der dritten Single Wind of Change schließlich die Single, die das Ansehen der Band und den Erfolg des gesamten Albums maßgeblich beeinflussen sollte: Wind of Change erreichte zwar in Deutschland in seiner ersten Chartwoche nur Platz 47, aber schon wenige Wochen später kletterte die Single bis auf Platz 1, wo sie insgesamt 11 Wochen verweilen sollte. Der Titel war in insgesamt elf Ländern zum Nummer-eins-Hit avanciert und wurde zur weltweit meistverkauften Single des Jahres 1991. Mit der nächsten Single Send Me an Angel, welche im Herbst 1991 erschien, hatten die Scorpions einen weiteren Top-10-Hit in Deutschland. Die fünfte Single Hit Between the Eyes konnte jedoch keinen nennenswerten Erfolg verbuchen.
Im Jahr 2013 wurde Crazy World als Deluxe Edition mit fünf zusätzlichen Tracks, darunter Wind of Change auf Russisch und Spanisch, und einer Live-DVD neu veröffentlicht. Im Laufe der Jahre sind mehrere unterschiedliche Versionen verschiedener Scorpions-Songs veröffentlicht worden, wovon auch einige Lieder aus dem Crazy-World-Album betroffen sind. So wurde bereits im Jahr 1991 der weltweite Erfolgshit Wind of Change auch in einer russischen (Ветер Перемен) und in einer spanischen Version (Viento De Cambio) zusammen als eigenständige Single veröffentlicht. Diese erreichte Platz 38 der deutschen Single-Charts. Für ihr Projekt Moment of Glory spielten die Scorpions im Jahr 2000 mehrere ihrer Songs zusammen mit den Berliner Philharmonikern, einem der größten klassischen Orchesters Deutschlands, erneut ein. Neben einer neuen Version von Wind of Change interpretierten sie auch Send Me an Angel neu, woran auch der italienische Sänger Zucchero mitwirkte. Für ihr darauffolgendes Album Acoustica im Jahr 2001 präsentierten sie zahlreiche ihrer Songs nur mit akustischen Instrumenten und ohne elektrische Verstärkung in einem portugiesischen Kloster. Dabei spielten sie u.a. Send Me an Angel, Wind of Change sowie Tease Me Please Me. Letzterer ist jedoch lediglich auf der Konzert-DVD, nicht aber auf dem dazugehörigen Album zu finden.
Auf ihrem dritten Livealbum, welches 1995 unter dem Titel Live Bites erschien, waren insgesamt drei Live-Aufnahmen der Songs von Crazy World vertreten: Tease Me Please Me, Crazy World und Wind of Change. Eine weitere Liveversion eines Songs von Crazy World wurde außerdem von Hit Between the Eyes auf der gleichnamigen Single bzw. auf der Single Under the Same Sun veröffentlicht. Des Weiteren sind auf einem limitierten Concert-Stick (USB-Stick mit vorbespielter Konzertaufnahme) des Konzerts vom 2. Oktober 2009 in der Grugahalle in Essen (Titel: A Night to Remember – Live in Essen) u. a. die Songs Send Me an Angel (erste offizielle Audio-Liveaufnahme des Songs im Original), Tease Me Please Me und Wind of Change vertreten.
Im November 1991 wurde ein Jahr nach dem Album eine VHS mit dem Titel Crazy World Tour Live… Berlin 1991 veröffentlicht, welche eine Konzertaufzeichnung von einem Auftritt in der Berliner Deutschlandhalle mit folgenden Titeln enthält:
Ein Großteil dieser Aufnahmen wurden auch auf die DVD A Savage Crazy World (2002) übertragen. Jedoch fehlen auf ihr u.a. die Liveauftritte von Tease Me Please Me, Don’t Believe Her, Send Me an Angel und Wind of Change, allesamt Songs die auf Crazy World zu finden sind. Auf dieser DVD wurden außerdem die Musikvideos zu Tease Me Please Me, Don’t Believe Her, Wind of Change und Send Me an Angel veröffentlicht.
Die HiFi-Zeitschrift Audio schrieb zu Crazy World folgendes: „Von den Exzessen wirklicher Schwermetall-Bands wie AC/DC sind die deutschen Scorpions Lichtjahre entfernt. Mindestens aber kündigt das erste Album für die neue Marke von mehr Power und frischem Dampf. Vor allem Sänger Klaus Meine strapaziert sich bis zum Anschlag, ohne selbst bei härtester Gangart (Kicks After Six, Hit Between the Eyes) an die Leistungsgrenze zu kommen. Send Me an Angel, schönste unter zweieinhalb Balladen, hat selbst in einem Land, dessen Rundfunk Heavy-Rock unterschlägt, Hit-Chancen.“ Zu dem Song Wind of Change schrieb die BILD-Zeitung in ihrer Ausgabe vom 3. Juni 1991 den Satz „Danke, Scorpions – für die Ballade vom Fall der Mauer.“
Außerdem schrieb die Stereoplay: „Mit Crazy World kehren die Skorpione zur Giftigkeit früherer Tage à la Virgin Killer oder Blackout zurück. Statt radiogeglätteter Refrains servieren die Hannoveraner jetzt ausgesprochen rohe Hardrock-Kost. Die für ein Scorpions-Album obligatorischen Balladen fehlen nicht (Wind of Change, Send Me an Angel). Aber viele Kompositionen können nicht überzeugen.“
Götz Kühnemund vergab im Fachmagazin Rock Hard acht von zehn möglichen Punkten und schrieb dazu: „Dass das letzte Studiowerk der Scorpions, Savage Amusement, nicht das Nonplusultra war, steht außer Frage. Vielleicht sind aber gerade kreative Flops für eine Band, die so lange im Geschäft ist wie die Scorpions, ungeheuer wichtig, weil sie eingefahrene Konzepte bloßstellen und die Chance für einen Neuanfang bieten. Im Lager der Scorpions hat man zweifellos die Konsequenzen gezogen. Das Kapitel Dieter Dierks ist endgültig abgeschlossen, und so müssen die Scorpions nach langer Zeit beweisen, dass sie auch mit einem anderen Produzenten Erfolge vorweisen können. Nimmt man Crazy World als Maßstab, werden sich die Jungs noch einiges Edelmetall sichern können, denn der Qualitätsunterschied zu Savage Amusement ist enorm. Die Gitarren stehen endlich wieder im Vordergrund, das Songmaterial klingt frisch, und man muß schon taub sein, um nicht zu erkennen, dass hier im Prinzip eine ganz andere Band am Start ist als noch vor zwei Jahren. Zwar würde ich mich davor hüten, Crazy World als Nachfolger solcher Klassiker wie Lovedrive oder Blackout zu bezeichnen, aber empfehlenswert ist das neue Teil auf jeden Fall. Highlights: Lust or Love (typischer Scorpions-Rocker mit Chartambitionen), das Titelstück Crazy World und die Superballade Wind of Change.“
Das Album verkaufte sich bisher weltweit über 15 Millionen Mal und ist mit damit das weltweit kommerziell erfolgreichste Album der Band. Es gilt als das meistverkaufte Album des Jahres 1991 und erreichte in Deutschland Doppel-Platin-Status für eine Million verkaufter Alben, wo es ganze 80 Wochen in den Album-Charts verblieb – 7 Wochen davon alleine auf der Spitzenposition. In den nordamerikanischen Billboard-Top 200 gelang es auf Platz 21 und wurde am 24. Juli 1991 mit Platin ausgezeichnet, 73 Wochen war das Album in den US-Charts gelistet. Im Jahr 1995 erreichte es dort Multiplatin für 2 Millionen verkaufter Exemplare.
Crazy World war das letzte Scorpions-Studioalbum für 17 Jahre, welches in derselben Besetzung (die bereits seit 1978 bestand) aufgenommen worden ist, wie der Vorgänger – in diesem Fall Savage Amusement (1988). Auch vom Abstand der Veröffentlichungen her ist seither nie wieder ein Album mit einem vergleichbaren Abstand (zweieinhalb Jahre) auf den Vorgänger gefolgt – seit Crazy World erscheint ein neues Scorpions-Studioalbum in der Regel alle drei Jahre. Auch hinsichtlich der Textautoren ist es neben Humanity – Hour I das differenzierteste Album. Lediglich zwei Songs wurden wie die meisten Lieder der Band von Rudolf Schenker und Klaus Meine geschrieben, die anderen Songs teilen sich auf unterschiedlichste Art und Weise unter mehreren Bandmitgliedern und Jim Vallance auf. Textlich bot Crazy World auch für mehrere Bandmitglieder ein Debüt: So ist Wind of Change Klaus Meines erstes vollständig selbst geschriebenes Lied überhaupt, und auch Rudolf Schenker wirkte hier erstmals auch bei einem Songtext mit (Crazy World). Weiterhin schrieb Bassist Francis Buchholz mit Kicks After Six das erste (und letzte) Mal eine Komposition für die Scorpions (in Zusammenarbeit mit Jim Vallance). Insgesamt waren an dem Songwriting der elf vertretenen Songs sechs Komponisten beteiligt, lediglich an Humanity – Hour I arbeiteten sieben Komponisten mehr und damit die höchste Anzahl an Songwritern für ein Scorpions-Album mit. Crazy World war außerdem das erste Album der Band, welches mit einer Spieldauer von 53 Minuten für das Medium der Audio-CD konzipiert wurde. Aufgrund des großen Erfolges erschien dennoch im Jahr 1993 in den USA eine Vinyl-Ausgabe des Albums, jedoch ohne zeitlichen Musikverlust. Zudem ist es bislang auch das letzte Studioalbum der Band, welches nicht mit Bonustracks in ausgewählten Ländern arbeitet, die Titelliste dieses Albums ist in allen Ländern übereinstimmend. Besonders in Deutschland markiert dieses Album für die Band einen Höhepunkt des Erfolges: So ist es hier bis heute nicht nur das einzige Album, das es bis auf Platz 1 der Album-Charts geschafft hat, sondern auch ihre einzigen beiden Top-10-Singles (Wind of Change, Send Me an Angel) stammen beide aus dem Crazy-World-Album, nach dem Ausscheiden von Francis Buchholz schaffte es kein Scorpions-Song mehr in die Top-10 der deutschen Single-Charts. Somit repräsentiert das Album Crazy World auch das Ende der erfolgreichsten Besetzung der Scorpions, die von 1978 bis 1992 unverändert Bestand hatte: Francis Buchholz, Matthias Jabs, Klaus Meine, Rudolf Schenker und Hermann Rarebell. Des Weiteren sind von diesem Album lediglich drei Lieder (To Be with You in Heaven, Lust or Love und Money and Fame) nicht als Single bzw. B-Seite einer Single erschien. Außerdem wurden ganze zehn der elf Songs auf der Compilation Classic Bites (2002) wiederverwendet. Nie wieder wurden derartig viele Songs des gleichen Albums auf einer einzigen Scorpions-Compilation wiederveröffentlicht, auch nicht auf denen, die mehr als nur eine CD umfassen, wie etwa die 3-Disc-Box-Sets Box of Scorpions (2004) und The Platinum Collection (2005).
Rudolf Schenker • Klaus Meine • Matthias Jabs • James Kottak  • Pawel Maciwoda
Johan Franzon (live)  • Herman Rarebell • Francis Buchholz • Achim Kirschning • Uli Jon Roth • Michael Schenker • Ralph Rieckermann • Rudy Lenners • Jürgen Rosenthal • Wolfgang Dziony • Lothar Heimberg • Karl-Heinz Vollmer • Joe Wyman • Ken Taylor • Curt Cress • Barry Sparks • Ingo Powitzer
Lonesome Crow (1972) • Fly to the Rainbow (1974) • In Trance (1975) • Virgin Killer (1976) • Taken by Force (1977) • Lovedrive (1979) • Animal Magnetism (1980) • Blackout (1982) • Love at First Sting (1984) • Savage Amusement (1988) • Crazy World (1990) • Face the Heat (1993) • Pure Instinct (1996) • Eye II Eye (1999) • Moment of Glory (2000) • Unbreakable (2004) • Humanity – Hour I (2007) • Sting in the Tail (2010) • Comeblack (2011) • Return to Forever (2015)
Tokyo Tapes (1978) • World Wide Live (1985) • Live Bites (1995) • Acoustica (2001) • Live 2011 – Get Your Sting and Blackout (2011) • MTV Unplugged – in Athens (2013)
Best of Vol. 1 (1979)  • Hot & Heavy (1982) • Best of Vol. 2 (1984) • Gold Ballads (1988) • Best of Rockers ’n’ Ballads (1989) • Still Loving You (1992) • Deadly Sting  (1995) • Deadly Sting – The Mercury Years (1997) • Best (1999) • Millenium Edition (2001) • Bad for Good – The Very Best of  (2002) • The Platinum Collection (2005) • Deadliest Stings (2008) • Icon (2010) • Icon 2 (2010) • Still in Trance (2012)
First Sting (1985) • World Wide Live (1985) • To Russia with Love and Other Savage Amusements (1988) • Crazy World Tour Live (1991) • Moment of Glory – Live (2000) • Acoustica (2001) • A Savage Crazy World (2002) • Unbreakable World Tour 2004 – One Night in Vienna (2005) • Live at Wacken Open Air 2006: A Night to Remember – A Journey Through Time (2007) • Amazonia – Live in the Jungle (2009) • Scorpions Live in 3D (Blu-Ray 3D) (2011) • MTV Unplugged – in Athens (2013)
Is There Anybody There? • Lovedrive • Make It Real • The Zoo • Blackout • No One Like You • Still Loving You • Can’t Live Without You • Rock You Like a Hurricane • Big City Nights • Rhythm of Love • Passion Rules the Game • Don’t Believe Her • Wind of Change • Send Me an Angel • Alien Nation • Under the Same Sun • White Dove • Does Anyone Know • When You Came Into My Life • Where the River Flows • To Be No. 1 • Moment of Glory • You Are the Champion • Humanity • Raised on Rock • The Good Die Young • Still Loving You – Je t’aime encore (feat. Amandine Bourgeios) • Dancing with the Moolight / Where the River Flows  • We Built This House  • Eye of the Storm  • Going out with a Bang
Diskografie • Lieder

Konstantinos Nikolopoulos

Konstantinos Agathophron Nikolopoulos (griechisch Konstandínos Agathófron Nikolópoulos Κωνσταντίνος Αγαθόφρων Νικολόπουλος, in Frankreich auch Constantine Nicolo-Poulo; * 1786 in Smyrna; † 1841 in Paris) war ein griechischer Komponist, Musikwissenschaftler, Schriftsteller und Philologe.
Nikolopoulos war der Sohn eines gebildeten Flüchtlings aus Andritsena. Die Kindheit verbrachte er in seiner Heimatstadt Smyrna, wo er auch einige Jahre an der berühmten Evangelikí Scholí (Ευαγγελική Σχολή, etwa ‚Evangelisches Institut‘) studierte. 1806 begab sich die Familie nach Paris, Nikolopoulos wurde Bibliothekar am Institut de France, widmete sich aber nebenher privaten Studien. Gleichzeitig engagierte er sich in der philhellenischen Bewegung für einen eigenen griechischen Staat auf der Basis des antiken kulturellen Erbes. So war er Mitglied der Filiki Eteria, des Elliniko Komitato (Ελληνικό Κομιτάτο) und der Philomusengesellschaft.
Nach dem Tod seines Vaters vermachte er 1838 dessen gesamte private Bibliothek (rund 3.500 Bände) der Stadt Andritsena, wo sie zur Grundlage der heute nach ihm benannten Stadtbibliothek wurde. Noch bevor Nikolopoulos einer Einladung der Stadt Andritsena folgen konnte, starb er 1841 plötzlich und unerwartet an Wundstarrkrampf.
Nikolopoulos war als Forscher über die Musik des Antiken Griechenland wie als Herausgeber antiker Autoren tätig; als Schriftsteller verfasste er vor allem patriotische Aufrufe an die Griechen zum Aufstand gegen die Tourkokratia.
Sein kompositorisches Schaffen bestand hauptsächlich in Kompositionen auf antike griechische Texte für Solostimmen oder Chor und Klavier in Form von Hymnen oder szenischen Kantaten, so vertonte er ein Jahr vor seinem Tod die Olympische Ode Pindars. Außerdem verfasste er vokale Salonmusik in Form von Romanzen und Liedern, einige Bedeutung haben seine liturgischen Musiken für den orthodoxen Gottesdienst, die frühe polyphone Elemente ausweisen, darunter ein Kyrie eleison, ein Kyrie soson tous eusebeis und Ten Oraioteta.

Jydepott

Ein Jydepott (dänisch), auch Jütepott, Suurpott (plattdeutsch), Taternpott oder Taterntopf bezeichnet unglasierte Grapen (Kochtöpfe) aus schwarzgebranntem Ton, die besonders im südlichen Dänemark und nördlichen Schleswig-Holstein bis in das 19. Jahrhundert seit vielen Jahrhunderten in nahezu unveränderter Form im Gebrauch waren.

Jydepötte bestehen aus unglasierter Keramik, sie wurden aus Ton geformt und reduzierend unter Sauerstoffabschluss gebrannt, was ihnen ihre charakteristische schwarze Farbe verlieh. Gekocht wurde mit den Jydepötten entweder auf dem Feuer einer offenen Herdstelle oder auf Holzherden. Mit dem Verschwinden von Holzherden und dem Aufkommen von Gas- und Elektroherden verloren die Jydepötte ihre Bedeutung als Kochgeschirr. Jydepötte sollen vor allem zum Kochen und Aufbewahren von Schwarzsauer und sauren Fleischgerichten, daher auch der Name Suurpott; geeignet gewesen sein.
Die Schwerpunkte der Verbreitung lagen auf der Halbinsel Jütland und in Schleswig-Holstein, jedoch waren sie, wenn auch seltener, in Regionen weiter südlich verbreitet. In Form und Aufbau gleichen Jydepötte keramischen Kochtöpfen (Grapen) des Mittelalters. Häufig wurden diese Töpfe nicht von Töpfern, sondern unter einfachen Bedingungen von den Hausfrauen selbst hergestellt. Sie wurden nicht auf einer Töpferscheibe sondern meist frei Hand geformt. Dazu wurde ein Klumpen blauer Ton auf einem auf den Knien liegenden, feuchten Holzbrett ausgeformt. Nach dem Antrocknen wurden Henkel oder Füßchen angebracht und die Oberflächen geglättet. Nach dem endgültigen Trocknen wurden die Gefäße im Grubenbrand oder im Brennofen gebrannt.
Aufgrund ihrer archaischen Erscheinung und ihrer auffallenden Ähnlichkeiten mit historischen Keramikgefäßen weckten Jydepötte Anfang des 19. Jahrhunderts das Interesse von Altertumsforschern. Unter anderem bereiste die Prähistorikerin Johanna Mestorf schleswig-holsteinische Bauernhöfe, um diese Töpfe, die bei den Bauern im täglichen Gebrauch waren, für das Museum zu erwerben. Bei einigen Bauern waren zum Teil antike, mehrere hundert Jahre alte Töpfe im Gebrauch. 1886 berichtete Mestorf von einer Frau Lühmann aus Hindorf (Kreis Süderdithmarschen), die sich je nach Bedarf der Graburnen eines auf ihrem Gartens gelegenen Gräberfeldes bediente und damit auch Nachbarn und Freunde versorgte. Wann immer eine der Frauen um einen „swarten Pott“ bat, nahm Frau Lühmann den Spaten, ging in den Garten und grub einen aus.
Ein Spottgedicht aus den Zeiten des Deutsch-Dänischen Krieges um 1864 nennt die schwarz gebrannten Jydepötte:
Kennst du das Land von Gott veracht, wo man aus Holz die Schuhe macht, wo man die schwarzen Töpfe brennt und wo man Smör die Butter nennt?

Ressourcentheorie

Die Ressourcentheorie bzw. Ressourcenorientierung, oft auch Resource-based View (RBV), ist seit Ende der 1970er Jahre von verschiedenen Fachwissenschaftlern vertretene Theorie zur alternativen Erklärung von Wettbewerbsvorteilen von Unternehmen, in denen der Begriff der Ressource in den Mittelpunkt gestellt wird. Stellvertretend können Jeffrey Pfeffer und Gerald R. Salancik genannt werden.
Die wissenschaftliche Disziplin des Strategischen Managements hat bei der Untersuchung des Unternehmenserfolgs einen stetigen Wandel erfahren: Während in den 1970er Jahren eine relativ einseitige Ausrichtung am Absatzmarkt existierte, so herrschte in den 1980er Jahren eine intensive Wettbewerbs- und Umweltorientierung vor. Die Hauptaussagen dieses Paradigmas gipfeln in der Marktstruktur-Marktverhaltens-Marktergebnis-Hypothese (Structure-Conduct-Performance-Hypothese), in der der Erfolg eines Unternehmens auf seine strategische Anpassung an extern gegebene Faktoren, wie z. B. Branchencharakteristika, abgestellt wird. In den 1990er Jahren geriet die einseitige Ausrichtung des Strategischen Managements an externen Faktoren immer mehr in die Kritik. Unter Rückgriff auf Edith Penrose, die bereits 1959 in „The Theory of the Growth of the firm“ Erfolg auf die Qualität interner Ressourcen zurückführt, wurde die Idee eines Resource-based View reanimiert. Im RBV werden also zwei Ansätze vereint: zum einen werden strategische Vorteile von Unternehmen darauf zurückgeführt, dass Unternehmen über andere, strategisch wertvollere Ressourcen verfügen; zum anderen, dass sie ihre Ressourcen besser als ihre Konkurrenz nutzen können. Unterschiede im Unternehmenserfolg werden hier – wie auch in anderen Ansätzen der Evolutionsökonomik – in der Ressourcenausstattung bzw. auf den Ressourcenmärkten gesehen.

Der im RBV verankerte Kernkompetenzansatz von Prahalad und Hamel verengt das Feld potenziell wettbewerbsrelevanter Ressourcen eines Unternehmens auf bestimmte Kompetenzen des Unternehmens. Diese sollen so beschaffen sein, dass sie bei der Produktion einer Vielzahl von Gütern und Dienstleistungen genutzt werden können und dabei den Kunden einen möglichst hohen Nutzenzuwachs bringen. Ferner sollte das Unternehmen möglichst alleine über diese Kernkompetenz verfügen. Hieraus wird u. a. als strategisches Unternehmensziel die Entwicklung eines Alleinstellungsmerkmals gefordert (auch: Unique Selling Proposition resp. USP).
Trotz der Tatsache, dass der RBV einen unternehmensinternen Fokus einnimmt, haben auch kooperative Beziehungen ihren Stellenwert innerhalb des RBV.
Gründe und Ziele für kooperative Beziehungen aus der Perspektive des RBV sind:
Der Markt als Organisationsform spielt innerhalb des RBV (fast) keine Rolle. Das liegt zum einen an der schwachen Informationsdichte der Marktbeziehungen, die es nicht erlaubt, strategische Ressourcen zu bilden. Im Markt existieren kaum nicht-monetäre Anreize, wertvolle Informationen zwischen Unternehmungen auszutauschen. Der RBV ist hierarchiegebunden, auch wenn Kooperationen analysiert werden. Netzwerke werden als Medium interner Vorteilsgenerierung gesehen, wo jeder Partner versucht, wertvolle Ressourcen des anderen zu integrieren, mit der Absicht, Vorteile in Form einer Kooperationsrente zu generieren.

Superimposing Dynamic Range

Superimposing Dynamic Range ist ein Verfahren zur Kontrasterweiterung für Digital- und Printmedien. So wird es möglich High Dynamic Range-Inhalte auf Low Dynamic Range-Displays oder Medien darzustellen.

Ein normaler Ausdruck, wie z.B. ein Foto unter natürlichem Licht, bietet ein Kontrastverhältnis von etwa 100:1. Für das menschliche Auge bedeutet dies etwa 130 wahrnehmbare Graustufen. Bei digitalen Monitoren kann, besonders bei hochwertigen, medizinischen Monitoren, ein Kontrast von bis zu 400:1 dargestellt werden, was 200 wahrnehmbaren Graustufen entspricht. Mit diesem, von der Bauhaus-Universität Weimar entwickelten Verfahren, kann ein Kontrast von bis zu 45000:1 (620 wahrnehmbare Graustufen) erzielt werden. Spitzenwerte von bis zu 2750 cd/m² sind somit möglich. Das Verfahren basiert auf dem High Dynamic Range Rendering. Vollautomatisch tastet eine Kamera ein Bild ab und registriert dieses. Ein auf diese Kamera abgestimmter Projektor wirft dieses Bild mit einer derzeitigen Genauigkeit von 0,33 mm zurück. Dadurch werden die Farbräume und Helligkeiten so projiziert, dass sie zusammen mit den Farbpigmenten des Ausdrucks einen Kontrast erreichen, der selbst dem von Röntgenfilmen gleichkommt bzw. ihn sogar übersteigt. Das Projekt, unter der Leitung von Prof. Dr. Oliver Bimber, dient der kosteneffizienten und vor allem einfachen Kontrastintensivierung von Papierausdrucken wie z.B. Büchern, Fotos und radiologischen Bildern. Durch den Einsatz von elektronischem Papier, dem sogenannten E-Paper, werden interaktive Verwendungszwecke möglich. Seit April 2008 ist das Verfahren patentrechtlich geschützt und wird zusammen mit der Osaka University weiterentwickelt.
In der Radiologie werden verschiedene Medien zur Dokumentation verwendet. Eines davon ist der Ausdruck auf Papier, meist über DICOM-Print. Diese Ausdrucke werden dem Patienten oder jeweiligen Überweiser übergeben, die allerdings rein der Dokumentation dienen und nicht zur Befundung. Das bisherige Kontrastverhältnis dieser ist auf Grund der Druckperipherie eingeschränkt. Mit Hilfe von SDR wird ein Kontrast möglich, der den eines konventionellen Röntgenfilm um das bis zu sechsfache übersteigt und eine befundungsmögliche Qualität liefert.