Stùc a’ Chroin

Der Gipfel des Stùc a‘ Chroin, vom Ben Vorlich gesehen
Der Stùc a’ Chroin ist ein 975 Meter hoher Berg in Schottland. Sein gälischer Name bedeutet Berg des Leids oder Berg der Gefahr, nach anderen Angaben Berg der Schafhürden. Er liegt in den südlichen Highlands nördlich der Stadt Callander oberhalb des Südufers von Loch Earn auf der Grenze zwischen den Council Areas Stirling und Perth and Kinross und zählt zu den Munros.
Aufgrund seiner Lage am Südrand der Highlands ist der Stùc a’ Chroin wie auch der benachbarte Ben Vorlich einer der bekanntesten und bei Bergwanderern beliebtesten schottischen Berge. Er ist bei schönem Wetter aus weiten Teilen der Central Lowlands gut zu sehen. Von seinem Gipfel bietet sich eine weite Aussicht über die Lowlands bis nach Edinburgh, aber auch in die westlich des Bergs liegenden Teile der Highlands. Meist wird der Stùc a’ Chroin gemeinsam mit seinem Nachbarn bestiegen. Der meistbenutzte Aufstieg führt von Ardvorlich am Südufer von Loch Earn in etwa sechs Stunden über den Ben Vorlich und anschließend den beide Gipfel verbindenden Grat, dessen tiefster Punkt der Bealach an Dubh Choirein ist. Im Unterschied zum benachbarten Ben Vorlich besitzt der Stùc a’ Chroin einen teilweise felsigen Gipfelaufbau, seine Besteigung über den Grat erfordert daher zuletzt etwas leichte Felskletterei. Weitere Aufstiegsrouten führen vom westlich gelegenen Loch Lubnaig auf den Gipfel.

Im Winter dein Herz

Im Winter dein Herz ist der fünfte Roman des deutschen Schriftstellers Benjamin Lebert. Er erschienen 2012 im Verlag Hoffmann und Campe.

Zwei junge Männer und eine junge Frau, Robert, Kudowski und Annina, reisen durch eine verschneite Welt. Sie treffen unterwegs nur wenige Menschen, da es allgemein üblich geworden ist, Winterschlaf zu halten – eine neu erfundene Pille macht es möglich. Die jungen Leute verweigern aber den langen Schlaf: Die beiden Männer verlassen eine therapeutische Klinik, die junge Frau ihren Job in einer Tankstelle, um sich auf den Weg nach München zu machen, wo Robert seinen todkranken Vater besuchen möchte. Beide Männer sind in Annina verliebt, doch im Laufe der Geschichte entwickelt sich auch zwischen ihnen selbst eine Freundschaft, die den seelisch Gefährdeten neuen Halt und Glück schenkt.
In einem Interview im Magazin der Zeit gibt Benjamin Lebert preis, dass sich in der Handlung des Romans einiges Selbsterlebte widerspiegelt. Der Autor hatte zwei Jahre zuvor eine Essstörung entwickelt, in deren Folge er so stark abmagerte, dass ein längerer Klinikaufenthalt notwendig wurde. Auch der Romanheld Robert leidet an einer Essstörung. So wie Benjamin Lebert überwindet er die Krankheit.
Der Roman stieß auf tendenziell gemischte und negative Reaktionen. So schrieb etwa Maximilian Probst in der Zeit: „Lebert hat am Ende der Mut zur Fremde gefehlt. Das Winterschlaf-Land erwacht nicht zum Leben, es bleibt, stiefmütterlich behandelt, weiter nichts als Kulisse. Vor der spielt sich die Freundschaftsgeschichte mit ihrer altbekannten triadischen Struktur ab: zwei Männer, eine Frau. Och nö, nicht schon wieder!“ Deutlich besser schneidet der Roman in der NZZ ab. Die Rezensentin Alexandra von Arx kritisiert zwar, dass Leberts „starke Ausdruckskraft“ immer mal wieder in „Banalität“ abgleite, aber der Roman sei für den jungen Autor dennoch „ein deutliches Versprechen für die Zukunft.“

Schwarzer Bär (Göttingen)

Der Schwarze Bär in Göttingen ist ein Fachwerkhaus aus der Renaissance-Zeit, in dem sich bis 2011 die Gaststätte Zum Schwarzen Bären befand. Es gehört zu den ältesten Gasthäusern Deutschlands und befindet sich in der Kurzen Straße 12.

Der Fachwerkbau in der Kurzen Straße in Göttingen wurde um 1590 als Wohnhaus erbaut und seit 1637 gastronomisch, zeitweise als Garküche, genutzt.
Der Schwarze Bär wurde 1592 erstmals erwähnt: Vom 30. März bis 2. April 1592 haben dort Verhandlungen über die Rückgabe der in der Nähe von Göttingen gelegenen Burg Niedeck stattgefunden und zwar mit den bisherigen Pfandbesitzern der Burg, den Herren von Kerstlingerode, und dem Landesherren Herzog Heinrich Julius von Braunschweig, vertreten durch den Kammerrat Joachim Götz von Olenhusen und den Oberamtmann Heinrich Wissel aus Göttingen.
Im Jahr 1734 gehörte das Haus Heinrich Andreas Koch, der dort eine Garküche betrieb. Diese wurde besonders von Studenten der 1734 neu gegründeten Universität genutzt. Nachdem es im Schwarzen Bären bereits Fremdenzimmer gegeben hatte, wurden nun lukrative Studentenwohnungen eingerichtet. Ab 1755 gehörte das Haus Heinrich Arnold Koch, ab 1775 ist als Eigentümer der Metzger Johann Heinrich Bleßmann eingetragen, 1782 der Kaufmann Heinrich Christian Werber, 1798 der Maurer Johann Heinrich Meier, 1800 der Bäcker Johann Andreas Koch, 1803 der Kutscher Justus Albrecht und ab 1810 der Bäcker Johann Justus Barthold Schepeler. Schepeler betrieb eine Logier- und Speise-Wirtschaft, starb jedoch bereits 1818. Seine Frau heiratete in zweiter Ehe den Goldschmied Lorenz Kollmann, welcher die Schankwirtschaft weiter betrieb. In den 1830er Jahren gab es in dem Haus bis zu sieben Studentenquartiere. 1837 wird der Schwarze Bär bezüglich der Hundert-Jahr-Feier der Universität als empfehlenswertes Gasthaus angepriesen. Doch erst 1848 sollte die große Zeit des Schwarzen Bären beginnen – nämlich nachdem durch die Verfügung der hannoverschen Regierung vom 27. April 1848 der Ausschank fremder Biere in allen Gaststätten Göttingens freigegeben worden war. Mit dem nun beginnenden Ausschank echten bayrischen Bieres sicherte sich der Schwarze Bär den starken Besuch besonders anspruchsvoller Gäste, unter anderem auch Honoratioren der Stadt und der Universität. Und so wurde das Gasthaus in den 1850er Jahren besonders für sein gutes und echt bayrisches Bier bekannt und gerne von Studenten besucht.
Ab dem 5. November 1857 tagte im Schwarzen Bären der Bären-Klub, der sich aus jüngeren Göttinger Gelehrten zusammensetzte und bis 1872 bestand. Seine Gründer waren Heinrich von Stein, Ernst von Meier, Hans von Mangoldt, Leo Meyer, August Kluckhohn. Es wurden wöchentlich Vorträge gehört und gehalten. Zu den Mitgliedern gehörten über 133 Personen, unter anderem: Klinkerfues, Carl Ludwig von Bar, Hermann Schultz, Theodor Mithoff, Rudolph Sohm, Adolf Wach und Felix Klein.
Am 20. Dezember 1857 wurde die Bärengemeinde als Göttinger Bürger-Stammtisch gegründet, welcher bis heute besteht.
Ab 1854 bis 1928 beherbergte der Schwarze Bär zahlreiche Göttinger Studentenverbindungen.
So tagten um 1854 die Bärenfriesen, ein Teil des heutigen Corps Frisia, bis 1860 im Bären, welcher das traditionelle Stammlokal für die Friesen bis ins Jahr 1915 sein sollte und noch einmal von 1910 bis 1919 als Kneipe genutzt wurde.
Auch der 1859 gegründeten Verbindung Lunaburgia diente der Schwarze Bär 50 Jahre lang als Stammlokal; er wurde in das Wappen der Korporation aufgenommen. Die Lüneburger bezogen ihre Kneipe im ersten Stock des Schwarzen Bären, bis zum Umzug in das eigene Haus im Jahr 1909.
Am 10. November 1860 wurde im Schwarzen Bären die Studentenverbindung Holzminda gegründet. Bis zum Umzug in ihr eigenes Haus im Jahr 1910 hatte die Holzminda im Schwarzen Bären ein eigenes Kneip-Zimmer angemietet, in welchem Fotografien aller Mitglieder aufgehängt wurden und regelmäßige Kneipen, Convente und Spielabende stattfanden. 1900 wurde von der Holzminda ein weiteres Zimmer hinzu gemietet. Auch in das Wappen dieser Studentenverbindung wurde der Schwarze Bär übernommen.
Etliche Jahre unterhielt auch die Turnerschaft Mündenia ihre Kneipe im Schwarzen Bären, bis sie 1928 ihr eigenes Haus bezog.
In den 1870er Jahren entstand im Schwarzen Bären ein weiterer Zusammenschluss von Studenten, die Bärenblase.
1934 ging das Haus in das Eigentum der Städtischen Brauerei über und gehörte bis 2011 der Einbecker Brauerei. Bei Sanierungsarbeiten 2002 wurde ein aus dem 14. Jahrhundert stammender Gewölbe-Keller entdeckt. 2014 wurde das Gebäude entkernt. Dabei wurde eine gotische Halle entdeckt.
An der Hausfassade befinden sich Gedenktafeln für folgende bekannte Persönlichkeiten:
51.5312837163899.9355030061111Koordinaten: 51° 31′ 53″ N, 9° 56′ 8″ O

Florian Templ

Florian Templ (* 1. Oktober 1988 in St. Marien) ist ein österreichischer Fußballspieler.
Florian Templ begann in seinem Heimatort bei Union St. Marien mit dem Vereinsfußball. Er war dort, mit zweijähriger Unterbrechung (Union Neuhofen) bis 2008 aktiv und kam zuletzt auch in der Herrenmannschaft zum Einsatz. Im Jänner 2008 wechselte er zum SV Sierning, wo er sich im Team in der Oberösterreichliga etablieren konnte. 2010/11 spielte Templ bei Union St. Florian in der Regionalliga Mitte und erzielte dort 21 Tore, womit er Zweiter in der Torschützenliste wurde. Sowohl in Sierning als auch in St. Florian spielte Templ unter seinem Förderer Willi Wahlmüller. Durch seine Leistungen in der Regionalliga zog Templ das Interesse höherklassiger Verein auf sich. Zur Saison 2011/12 wechselte er zum LASK Linz, wo er einen Zweijahresvertrag unterschrieb. Dort kam er zunächst bei den LASK Linz Juniors in der Regionalliga Mitte, wenig später auch bei der ersten Mannschaft in der zweitklassigen Ersten Liga zum Einsatz. Am 26. August 2011 erzielte Templ sein erstes Tor für den LASK in der Ersten Liga.
Thomas Borenitsch | Patrick Bürger | Dominik Doleschal | Philipp Erhardt | Julius Ertlthaler | Patrick Farkas | Mario Grgić | Peter Hawlik | Alois Höller | Alexander Ibser | Jano | Ingo Klemen | Markus Kuster | David Lechner | Thorsten Mahrer | Vitālijs Maksimenko | Nedeljko Malic | Michael Novak | Michael Perlak | Markus Pink | Manuel Prietl | Lukas Rath | Thorsten Röcher | Julian Rosenstingl | Fran Sánchez | Sven Sprangler | Florian Templ
Trainer: Ivica Vastić

Westwallmuseum Pirmasens

Das Westwallmuseum Pirmasens am Rande des Pirmasenser Ortsteils Niedersimten in der südwestlichen Pfalz (Bundesland Rheinland-Pfalz) ist ein Museum, das in einer ehemaligen Festung eingerichtet ist. Es hat den Krieg zum Thema und versteht sich gerade deshalb als Mahnmal zum Frieden. Gegründet wurde es durch den eingetragenen Verein HGS Gerstfeldhöhe und wird von diesem in Zusammenarbeit mit der Stadt Pirmasens betrieben.

Das Westwallmuseum liegt im unterirdischen ehemaligen Festungswerk Gerstfeldhöhe. Der Ortsteil Niedersimten zwei Kilometer südlich von Pirmasens wird über die Bitscher Straße erreicht, die weiter nach Bitsch in Frankreich führt. Zwei ausgediente Panzer kennzeichnen den Eingang zu Festung und Museum.
Im Zuge des Bauprogramms zur Errichtung des Westwalls während der Zeit des Nationalsozialismus wurde 1938 das an einen riesigen Bunker erinnernde Festungswerk Gerstfeldhöhe begonnen. In den massiven Fels wurden kilometerlange gewölbte Gänge gesprengt und gehauen. Vorgesehen war eine unterirdische Schmalspurbahn, welche Soldaten und militärisches Gerät über eine Entfernung von fünf Kilometern zu den geplanten Kampfständen an der nahen französischen Grenze befördern sollte. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 wurde noch ein Jahr an dem Bauvorhaben weitergearbeitet, dann wurde es eingestellt.
Die Stollenanlage Gerstfeldhöhe wurde nach dem Krieg bis Anfang der 1990er Jahre von der US Army als Lager für Fahrzeug-Ersatzteile verwendet. In der Südwestpfalz verfügte die US Army über mehr als 20 solcher unterirdischer Einrichtungen.
Der Westwall, der nur teilweise vollendet wurde, erstreckt sich über rund 600 Kilometer von Weil am Ober- bis Kleve am Niederrhein. Er bestand aus annähernd 20.000 unterschiedlichen Wehranlagen. Nach dem Kriegsende 1945 wurden die meisten der Bauwerke gesprengt oder dem natürlichen Verfall überlassen. Das Festungswerk Gerstfeldhöhe ist eine der wenigen sehr gut erhaltenen Anlagen – wohl weil sie während des Krieges nie in Gebrauch war.
Im gesamten Festungswerk herrscht eine gleichbleibende Temperatur von 8 °C. Es kann während der Besuchszeiten, die auf der Website des Museums veröffentlicht sind, besichtigt werden.
Auf einem eineinhalbstündigen Rundgang, der ungefähr einen Kilometer weit durch zum Teil voll ausgebaute, zum Teil noch im Fels stehende Stollen führt, wird dem Besucher eine beeindruckende Menge an Kriegswerkzeug präsentiert, das der Betreiberverein überwiegend von privaten Sammlern erhalten hat. Auch an die Stollenwände geschriebene Kommentare und Nachrichten amerikanischer Soldaten sind zu lesen. Zu den Ausstellungsstücken gehören nicht nur eine mit allen möglichen Geschossen bestückte Waffenkammer, sondern neben Kleinteilen wie Gasmasken und Maschinengewehren auch größere Exponate, zum Beispiel eine Flugabwehrkanone von mehr als zwei Tonnen Gewicht, große Lkw und schwere Motorräder sowie ein VW Kübelwagen. Originalgetreu wurde ein Mannschaftsquartier rekonstruiert. Als stumme Statisten fungieren Schaufensterpuppen, die in Wehrmacht- und NSDAP-Uniformen gekleidet sind.
49.175587.59642Koordinaten: 49° 10′ 32″ N, 7° 35′ 47″ O

Tennet TSO

Die Tennet TSO GmbH (eigene Schreibweise TenneT TSO) ist ein deutsches Tochterunternehmen des niederländischen Stromnetzbetreibers Tennet und betreibt in Deutschland mit 1003 Mitarbeitern ein Höchstspannungsnetz (220 kV und 380 kV) mit einer Gesamtlänge von rund 11.000 Kilometern. Damit deckt sie 40 Prozent (140.000 km²) der Fläche in Deutschland ab und versorgt rund 20 Millionen Menschen indirekt mit Strom.

Wegen der marktbeherrschenden Stellung des E.ON-Konzerns verpflichtete sich der Konzern gegenüber der Europäischen Kommission sein deutsches Höchstspannungsnetz an einen Wettbewerber zu verkaufen. Damit erreichte E.ON die Einstellung eines Kartellverfahrens durch die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes.
Dieses Vorhaben machte die Gründung einer neuen Gesellschaft nötig, in die das deutsche Höchstspannungsnetz ausgelagert werden konnte. Diese Gesellschaft wurde als transpower stromübertragungs gmbh gegründet. Bis zu diesem Zeitpunkt war die E.ON Netz GmbH Eigentümer des Höchstspannungsnetzes.
Transpower sollte gemäß der Vereinbarung bis zum 1. Dezember 2010 an einen Investor verkauft werden, der bisher keine Interessen in der Stromerzeugung und/oder -versorgung hatte. E.ON hielt diese Vereinbarung ein und verkaufte das Unternehmen zum 1. Januar 2010 an den niederländischen Stromnetzbetreiber Tennet. Transpower wurde zum 5. Oktober 2010 dem Namen des Mutterkonzerns angeglichen und heißt seitdem TenneT TSO GmbH.
Die Tennet Offshore GmbH ist eine vollständige Tochtergesellschaft.
Wegen mangelnder finanzieller Mittel der TenneT TSO GmbH verweigerte die Bundesnetzagentur 2012 das Zertifikat, welches für Netzbetreiber, die „rechtlich, organisatorisch und personell unabhängig von Energievertrieb und -erzeugung“ operieren, vergeben wird. Die fehlende Zertifizierung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und steht nicht im Zusammenhang mit der davon unabhängig gültigen Betriebsgenehmigung.
Die Übertragungsleitungen der Tennet TSO sind vorwiegend in den Bundesländern Bayern, Bremen, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie in Teilen von Nordrhein-Westfalen zu finden. Die beiden deutschen Betriebszentren befinden sich in Bamberg und Lehrte-Ahlten. Weiterhin verfügt das Unternehmen über 115 Umspannwerke. Die beiden Schaltleitungen, die der Überwachung des Stromnetzes dienen, befinden sich zum einen ebenfalls in Lehrte-Ahlten bei Hannover, zum anderen in Dachau bei München.
2006 begann Tennet (damals noch E.ON Netz) in Schleswig-Holstein auf der 110-kV-Leitung Niebüll–Flensburg einen Feldversuch für Freileitungs-Monitoring, und konnte so die Übertragungskapazität dieser Trasse um zeitweise bis zu 50 % steigern. Mit Stand 2011 hatte Tennet TSO unter Einsatz von 55 Mio. Euro Investitionen mehr als 900 km Höchstspannungsleitungen und 20 Umspannwerke von Hamburg bis Gießen auf Freileitungs-Monitoring umgerüstet.
Über die vorhandenen Übergabestellen zu den Nachbarländern Dänemark, Niederlande, Tschechien und Österreich kann eine weitgehende Versorgungssicherheit gewährleistet werden. So ist das Übertragungsnetz der Tennet TSO Mitglied im Europäischen Verbundsystem ENTSO-E und nimmt mit der geografischen Lage in Mitteleuropa eine wichtige Transferstellung ein.

Fernand Cormon

Fernand Cormon, eigentlich Fernand-Anne Piestre Cormon, (* 24. Dezember 1845 in Paris; † 20. März 1924 ebenda) war ein französischer Maler und Leiter der privaten Malschule Atelier Cormon. Zu seiner Zeit war er ein bekannter Historienmaler in Frankreich, der häufig religiöse Themen malte und sich später gelegentlich der Porträtmalerei zuwandte. Sein Malstil ist dem akademischen Realismus zuzuordnen.

Seine Malstudien begann Cormon in Brüssel bei Jean-François Portaels. Im Jahr 1863 kehrte er nach Paris zurück, wo er Schüler von Alexandre Cabanel und Eugène Fromentin wurde. Cormon verließ in seinen Werken nie die akademische Linie. Er stellte seit 1868 im Salon de Paris aus und leitete in den 1880er Jahren seine private Kunstschule, das Atelier Cormon, wo er seine Schüler in einer Malerei unterwies, die von der Jury des Salons anerkannt wurde. Unter seinen Schülern, die dieses Ziel nicht erreichten, weil ihre malerischen Intentionen vom vorgegebenen Stil des Salons abwichen, waren unter anderem Henri de Toulouse-Lautrec, Louis Anquetin, Eugène Boch, Émile Bernard und Vincent van Gogh.
1880 wurde Cormon in die Ehrenlegion aufgenommen. Er unternahm Reisen nach Tunesien und in die Bretagne. Cormon wurde 1898 Leiter an der École nationale supérieure des beaux-arts und Mitglied der Académie des Beaux-Arts. Henri Matisse, der unter Cormons Vorgänger Gustave Moreau die École besucht hatte, musste sie 1899 wegen Unstimmigkeiten mit Cormon verlassen.
Fernand Cormon war, neben in dunklen, durch Schlaglichter erhellten Sujets des modernen Lebens, spezialisiert auf biblische und prähistorische Szenen. In dem in Öl auf Leinwand gemalten Bild Caïn (Kain) mit den Maßen 384 × 700 cm, das im Jahr 1880 die Sensation des Salons war, illustrierte er einen Vers aus La legende des siècles (Die Legende der Jahrhunderte) von Victor Hugo: „Als Kain mit seinen in Tierfelle gehüllten Kindern, mit wirrem Haar, bleich mitten in den Stürmen, vor Jehova floh, / da es Abend wurde, kam der finstere Mann in einer großen Ebene an den Fuß eines Gebirges […]“. Für dieses Werk arbeitete er jede Figur nach Modell und studierte für deren Ausstaffierung die Ergebnisse archäologischer Forschung. Das Gemälde wurde vom französischen Staat erworben und befindet sich heute im Musée d’Orsay in Paris.

Sabel Siegfried (der Jüngere)

Sabel Siegfried, genannt der Jüngere (* 1437 in Stralsund; † 1491 in Stralsund) war ein Ratsherr und Bürgermeister in der Hansestadt Stralsund.

Er wurde als einziger Sohn des Bürgermeisters Sabel Siegfried (der Ältere) und der Margarethe Krakow geboren; es war die dritte von vier Ehen Sabel Siegfried des Älteren. Die Familie gehörte der einflussreichen Gewandschneiderkompanie an.
Im Jahr 1452 immatrikulierte er sich an der Artistenfakultät der Universität Rostock und legte 1454 die Prüfung zum baccalarius ab. Heinrich Rubenow, mit dem er entfernt verwandt war, riet ihm zum weiteren Studium, und so studierte er ab 1456 an der gerade gegründeten Universität Greifswald und erhielt dort im selben Jahr den Magistergrad. Im Jahr 1458 wurde er Dekan und 1460 Examinator. Er wurde 1461 zum baccalaureus in utroque iure promoviert.
Dem 1457 auf der Flucht befindlichen Heinrich Rubenow bot er Unterschlupf in Stralsund an.
Er erwarb zwischen 1467 und 1471 einen juristischen Doktortitel; Datum und Ort der Prüfung sind nicht exakt belegt, in einer Urkunde aus Bützow aus dem Jahr 1468 wird er erstmals als Doktor des weltlichen Rechts genannt. Ort der Promotion war möglicherweise eine italienische Universität.
Spätestens ab 1466 wirkte er an der Universität in Greifswald als Dozent für weltliches und kanonisches Recht. Nach 1468 widmete er sich dann ausschließlich der Tätigkeit in Stralsund, stand dabei aber weiterhin in Kontakt zu den Universitäten Rostock und Greifswald; vom Rostocker Rektor erhielt er im Jahr 1479 400 Sundische Mark.
Während des Stettiner Erbfolgestreits war Sabel Siegfried als Gutachter tätig. Er diente zusammen mit anderen Juristen den pommerschen Herzögen Erich II. und Wartislaw X..
Ab dem 8. Januar 1472 (andere Quellen nennen das Jahr 1474) war er Ratsmitglied des Rates der Stadt Stralsund. Er vertrat die Stadt als Sendbote auf Hansetagen. Er war 1474, 1475 und 1486 in Lübeck, 1475 in Lüneburg, 1480 in Barth und 1490 in Wolgast auf Verhandlungsreisen für die Stadt tätig. 1486 geriet er zusammen mit den Stralsunder Ratsherren Ewert Segeberg und Heinrich Hofmeister in Gefangenschaft in Stargard, das im Konflikt mit Stralsund lag; gegen die Zahlung eines Lösegeldes wurde er freigelassen. Er unterzeichnete den Friedensvertrag zwischen den beiden Städten im Dezember 1486 in Stettin für seine Heimatstadt.
Am 9. Januar 1482 wurde er Bürgermeister in Stralsund. Er war Testamentsvollstrecker Stralsunder Bürger und als Provisor für die St.-Nikolai-Kirche und das Heilgeisthospital tätig.
Sabel Siegfried besaß Häuser und Anteile daran in Stralsund und Rostock sowie Güter auf der Insel Rügen. Seit 1479 besaß er ein Viertelhaus in der Mönchstraße und ab 1480 eine Bude in der Schneiderstraße. Am Alten Markt erbte er die Hälfte einer Bude. Er bezog jährliche Renteneinkünfte aus einem Haus in der Langenstraße, aus einer Bude am Semlower Tor und einem Haus in der Peltzerstraße sowie aus einem Haus am Rostocker Großen Markt. Er besaß die Güter Paschen/Patzig und Klein Datzow.
Testamentarisch vermachten Sabel Siegfried und seine Ehefrau Teile der Pachteinnahmen aus den Gütern u. a. zugunsten von Stiftungen und des Heilgeisthospitals. Zudem stiftete Siegfried Gelder für das Memorialwesen; er stiftete u. a. eine Ewigmesse in St. Nikolai.
Die Familie Siegfried war eine alteingesessene und begüterte Ratsfamilie der Hansestadt Stralsund, die schon seit dem frühen 14. Jahrhundert Ratsmitglieder stellte. Sie gehörte zur Gewandschneiderkompanie. Nikolaus Siegfried, der Großvater Sabel Siegfried des Jüngeren, war Bürgermeister und stiftete die Siegfriedenvikarie.
Sabel Siegfried der Ältere war in seinen vier Ehen jeweils mit Töchtern von Stralsunder Patrizierfamilien verheiratet (Voet, von Hiddingen, Krakow und Hertegers).
Ein Onkel Sabel Siegfried d. J., Magnus Siegfried, war mit einer Tochter des Bürgermeisters Simon von Orden verheiratet. Die Halbschwestern Sabel Siegfried d. J., Wobbeke und Taleke heirateten in die Stralsunder Familien von Vloten und Trittelvitz ein; Halbschwester Margarethe war in zweiter Ehe mit dem Ratsherren Heinrich Bukow verheiratet.
Sabel Siegfried d. J. war mit Margarethe von der Molen, einer Ratsherrentochter, verheiratet. Er hatte keine Kinder.
Familiäre Beziehungen bestanden über zwei Tanten und über Großnichten Sabel Siegfried d. J. nach Greifswald zu den Familien Rubenow, Junge und Schüting. Dem 1457 auf der Flucht befindlichen Heinrich Rubenow bot er Unterschlupf in Stralsund an.
Ein Verwandter, Johann Siegfried, wurde 1394 Rektor der juristischen Fakultät der Karls-Universität Prag.

Vinland Saga

Vinland Saga (jap. ヴィンランド・サガ, Vinrando Saga) ist eine historisch inspirierte Manga-Reihe von Makoto Yukimura, die seit 2005 erscheint und bislang über 2.000 Seiten umfasst.
Die Geschichte beginnt mit dem jungen Isländer Thorfinn, der sich einer Bande von Wikingern anschloss, um deren Anführer, dem Mörder seines Vaters, im Zweikampf zu besiegen, und somit den Tod seines Vaters zu rächen.
Die Reihe gewann 2012 den Kōdansha-Manga-Preis in der Allgemeinen Kategorie.

Yukimura setzt seine Geschichte ins Europa des frühen 11. Jahrhunderts und verknüpft dabei Fiktion mit historischen Personen, Schlachten und anderen Gegebenheiten. So erzählt er unter anderem von der Invasion der Wikinger unter Dänenkönig Sven Gabelbart in England und der dort geführten Schlachten, von den Jomswikingern und den Entdeckungsfahrten Leif Erikssons. Dabei geht er über den reinen geschichtlichen Rahmen hinaus und versucht die damalige Zeit detailliert wiederzugeben. Dabei geht es auch um den ursprünglichen heidnischen Glauben der Wikinger und die fortschreitende Christianisierung.
Im Manga tauchen auch verschiedene historische Persönlichkeiten auf. Darunter Leif Eriksson, der in Island als Geschichtenerzähler auftritt, und Sigvald von Seeland als König der Jomswikinger. Auch Thorkell, König Sweyn I. und Prinz Canute gehören zu den historischen Persönlichkeiten.
Im Jahre 1002 ist Thorfinn sechs Jahre alt und lebt mit seiner Familie in einer kleinen Siedlung auf Island. Das Leben mit seinem Vater Thors, seiner Mutter Helga und seiner älteren Schwester Ylfa dort ist zwar hart, aber unbeschwert. Sein Vater, der den Beinamen „Troll von Joms“ trägt, täuschte in einer Schlacht vor Norwegen seinen Tod vor, um von den Jomswikingern desertieren zu können, und verschwand mit seiner Frau nach Island. Seine Mutter ist eine Tochter König Sigvaldis. Die einzigen Abenteuer bringen die Geschichten des belächelten Leif Eriksson, der von der Entdeckung des sagenumwobenen Vinlands berichtet.
Doch dies ändert sich, als ein Kriegsschiff in den Hafen einläuft. An Bord ist Floki, ein Gesandter König Sigvaldis von Jomsburg, der Thorfinns Vater dazu erpresst, sie in der Schlacht um England zu unterstützen. Dieser, ein ehemaliger Kriegsheld, der dem Töten aber lange abgeschworen hat, willigt widerstrebend ein und macht ein Schiff nach Jomsburg klar. Mit einigen übereifrigen jungen Männern des Dorfes und in Begleitung von Leif bricht er auf. Thorfinn versteckt sich heimlich an Bord. In der Zwischenzeit erteilt Floki auf den Färöer-Inseln dem Anführer einer Söldnertruppe, Askeladd, den Auftrag Thors zu töten.
So kommt es bald zum Duell zwischen Askeladd und Thors, wobei Thorfinns Vater der Sieger ist. Dieser verliert aber dennoch sein Leben, als er jenes seines Sohnes zu schützen versucht. Einzig vom Wunsch nach Rache getrieben, schließt sich Thorfinn daraufhin Askeladd an, um diesen eines Tages in einem fairen Duell zu besiegen.
Sechs Jahre später überfallen Wikinger unter Dänenkönig Sweyn England, darunter auch Askeladd und seine Truppe. Thorfinn übernimmt die Schmutzarbeit für Askeladd, um sich dadurch das Recht auf fortwährende Duelle zu verschaffen. Im Jahr 1013 scheint der Krieg für England verloren. Nur London hält unter der Führung des Jomswikingers Thorkell den Belagerern stand. Nach einem weiteren gescheiterten Angriff, in dessen Folge es zum Kampf zwischen Thorfinn und Thorkell kommt, ziehen sich die Dänen zurück und König Sweyn schickt seinen jüngsten Sohn, Knut, die Belagerung fortzusetzen, doch auch dieser scheitert.
Der Prinz und sein Treuer Ragnar werden daraufhin von Thorkell gejagt. In der Folge gelingt es Askeladd und seiner Truppe des Prinzen habhaft zu werden. Askeladd nutzt Knut zunächst als politische Marionette; opfert sich jedoch, um Knut den Thron zu sichern. Seiner Rache beraubt attackiert Thorfinn den Prinzen, wird aber überwältigt und als Sklave an einen Farmer verkauft. Dort sinnt Thorfinn über den zukünftigen Inhalt seines Lebens, während Knut durch Intrigen die Herrschaft über England erlangt.
Von April bis Oktober 2005 erschien Vinland Saga jede Woche als Fortsetzungsgeschichte im Shōnen Magazine, einem der auflagenstärksten Manga-Magazine. Seit Dezember 2005 wird der Manga monatlich im sich an eine ältere Zielgruppe richtenden Afternoon fortgeführt, weil Yukimura den wöchentlichen Erscheinungsrhythmus nicht einhalten konnte. Der Kōdansha-Verlag bringt die im Magazin vorher veröffentlichten Einzelkapitel auch in Sammelbänden (Tankōbon) heraus, von denen bislang 14 erschienen sind.
Der Manga wurde ins Chinesische, Koreanische, Italienische und Französische übersetzt. Carlsen Comics veröffentlicht den Manga in Deutschland seit März 2012 in bisher zwölf Bänden.

Arbeitnehmererfindung

Eine Arbeitnehmererfindung (Diensterfindung) ist eine patentfähige oder gebrauchsmusterfähige Erfindung, die ein Arbeitnehmer im Rahmen seiner Dienstpflicht gemacht hat. Nach dem Arbeitnehmererfindungsgesetz hat der Arbeitgeber grundsätzlich Anspruch auf die Rechte an der Diensterfindung, der Arbeitnehmer dagegen lediglich einen ausgleichenden Anspruch auf Vergütung. Im Gesetz ist auch die Behandlung von solchen schöpferischen Leistungen von Arbeitnehmern geregelt, die nicht durch ein Patent oder ein Gebrauchsmuster schützbar oder anderweitig schutzrechtsfähig sind, aber die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens verbessern („technische Verbesserungsvorschläge“).
Die gesetzliche Regulierung von Arbeitnehmererfindungen ist notwendig, da hier zwei Interessen kollidieren, nämlich das Arbeitsrecht, nach dem das Ergebnis der Arbeit des Arbeitnehmers dem Arbeitgeber zusteht, und das Recht des geistigen Eigentums, welches entsprechend dem so genannten „Erfinderprinzip“ die Rechte an einer Erfindung beim Erfinder ansiedelt.
International existieren in den meisten Industriestaaten vergleichbare Gesetze, welche die Rechte und Pflichten von Arbeitnehmern und Arbeitgebern regeln, mit teils ähnlichen (Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden), teils aber völlig abweichenden Ergebnissen.

Das Arbeitnehmererfindungsgesetz (ArbnErfG) schafft einen Interessensausgleich zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer, der im Rahmen seiner Tätigkeit eine Erfindung im Sinne des Patentgesetzes getätigt hat.
Arbeitnehmer im Sinne des Arbeitnehmererfindungsgesetzes sind Arbeitnehmer im privaten und im öffentlichen Dienst, sowie Beamte und Soldaten (§ 1 ArbnErfG)
Nach § 6 PatG steht dem Erfinder ein Recht auf das Patent zu. Bei Erfindungen von Arbeitnehmern besteht ein Konflikt zwischen diesem originären Erfinderrecht des Arbeitnehmers einerseits und dem Anspruch des Arbeitgebers auf das Arbeitsergebnis andererseits. Ein Interessensausgleich wird dadurch geschaffen, dass der Arbeitgeber grundsätzlich einen Anspruch auf die Diensterfindung hat, der Arbeitnehmer zum Ausgleich aber einen Vergütungsanspruch erwirbt.
Dies gilt jedoch nur für so genannte Diensterfindungen. Das sind Erfindungen, die während der Dauer des Arbeitsverhältnisses gemacht wurden und aus der dem Arbeitnehmer im Betrieb obliegenden Tätigkeit entstanden sind oder maßgeblich auf Erfahrungen oder Arbeiten des Betriebes beruhen. Damit wird dem Anteil des Arbeitgebers an der Erfindung Rechnung getragen. Die übrigen Erfindungen sind so genannte freie Erfindungen.
Will der Arbeitgeber eine Offenbarung der Erfindung vermeiden, da er beispielsweise Betriebsgeheimnisse nicht preisgeben will, so kann er eine Diensterfindung auch als Betriebsgeheimnis behandeln. Der Arbeitgeber verzichtet dann auf eine Patent- oder Gebrauchsmusteranmeldung, jedoch erwirbt der Erfinder ebenfalls einen Vergütungsanspruch.
Öffentliche Hochschulen überlassen die Patentanmeldung und wirtschaftliche Verwertung der Arbeitnehmererfindungen oft regionalen Patentverwertungsstellen, da sie selbst meist nicht über die dazu erforderlichen spezialisierten Ressourcen verfügen. Die Patentverwertungsstellen werden in vielen Fällen von den Bundesländern subventioniert, teils mit einer Vollförderung von 100 Prozent, da sie eine Kostendeckung nicht erreichen. Aufgrund einer solchen Förderung besteht oft nur ein geringer Anreiz, die aufgekauften Patente konsequent zu verwerten, wodurch die Erfinder nur geringe Vergütungen erhalten. Diese Probleme in der Patentverwertung wurden jedoch in Deutschland bisher noch nicht systematisch evaluiert.
1936 begründete das deutsche Patentgesetz erstmals die primäre Eigentumrechtszuordnung einer Erfindung an den Erfinder. Der Rechtsübergang vom angestellten Erfinder an den Arbeitgeber war nicht geregelt.
1942 trat die sogenannte Göring-Speer-Verordnung in Kraft, mit der Erfindungen von Arbeitnehmern insbesondere für die Rüstung „tatkräftig gefördert, ausgewertet und geschützt“ werden sollten.
1957 wurde auf Basis der Göring-Speer-Verordnung das deutsche Gesetz über Arbeitnehmererfindungen (ArbNErfG) in Kraft gesetzt.
Am 1. Oktober 2009 trat das Patentmodernisierungsgesetz in Kraft, welches insbesondere das Arbeitnehmererfindungsgesetz betrifft.
Der Arbeitnehmer muss die Diensterfindung dem Arbeitgeber unverzüglich, gesondert und in Textform melden. In der Erfindermeldung muss der Arbeitnehmer die technische Aufgabe, ihre Lösung und das Zustandekommen der Diensterfindung beschreiben. Die Erfindungsmeldung ist als solche kenntlich zu machen. Die Verletzung der Meldepflicht kann einen Schadensersatzanspruch des Arbeitgebers gegenüber dem Arbeitnehmer begründen und arbeitsrechtliche Konsequenzen bis hin zur Kündigung des Arbeitnehmers haben. Gemäß dem vor dem 1. Oktober 2009 geltenden Recht war für Erfindungsmeldung die Schriftform erforderlich, das heißt eigenhändige Unterschrift. Seit dem 1. Oktober 2009 ist lediglich die Textform erforderlich. Die Erfindungsmeldung kann daher nun ohne Unterschrift an den Arbeitgeber beispielsweise durch Telefax oder E-Mail übermittelt werden. Bei mehreren Erfindern empfiehlt sich eine gemeinschaftliche Erfindungsmeldung.
Der Arbeitgeber muss den Eingang der Erfindungsmeldung unverzüglich und in Textform bestätigen. Er kann die Erfindungsmeldung innerhalb von zwei Monaten beanstanden, falls diese unvollständig ist. Die Beanstandungserklärung unterliegt keinen Formvorschriften und kann somit auch mündlich erfolgen. Mit Ablauf von zwei Monaten gilt die Erfindungsmeldung als ordnungsgemäß.
Wenn der Arbeitgeber die gemeldete Erfindung nicht innerhalb von vier Monaten nach Eingang der ordnungsgemäßen Erfindungsmeldung freigibt, gilt die Diensterfindung als in Anspruch genommen. Die Freigabeerklärung hat in Textform zu erfolgen und kann daher ebenfalls durch Telefax oder E-Mail übermittelt werden. Erfolgt keine Freigabeerklärung innerhalb von vier Monaten, gehen alle Rechte an der Diensterfindung von dem Arbeitnehmer auf den Arbeitgeber über. Dies steht im Gegensatz zu der Regelung, die vor dem 1. Oktober 2009 gültig war, wonach die Erfindung frei wurde, wenn innerhalb von vier Monaten keine Inanspruchnahme durch den Arbeitgeber erfolgte. Durch die nun geltende Regelung wird sichergestellt, dass der Arbeitgeber seine Rechte an einer Erfindung nicht verliert, weil er eine rechtzeitige Inanspruchnahme versäumt, wie es in der Vergangenheit vor allem in kleinen und mittelständischen Unternehmen oft der Fall war. Die Möglichkeit der beschränkten Inanspruchnahme ist seit dem 1. Oktober 2009 entfallen.
Der Arbeitgeber muss eine gemeldete Diensterfindung (grundsätzlich unabhängig davon, ob er sie in Anspruch nimmt oder nicht) entweder im Inland als Patent anmelden oder sie unverzüglich freigeben. Diese Verpflichtung zur Anmeldung besteht auch dann, wenn nach Meinung des Arbeitgebers im Gegensatz zur Meinung des Arbeitnehmers die Erfindung nicht schutzfähig ist. Die Anmeldepflicht entfällt nur dann, wenn die Erfindung von dem Arbeitgeber freigegeben wurde, der eindeutige Wille des Arbeitnehmers zu erkennen ist, von einer Schutzrechtsanmeldung abzusehen, oder die Voraussetzungen einer betriebsgeheimen Erfindung vorliegen. Ausnahmsweise kann der Arbeitgeber eine Erfindung auch als Gebrauchsmuster anmelden, wenn dies zweckdienlicher erscheint. Der Arbeitgeber hat auch das Recht, die Erfindung im Ausland anzumelden. Vor Ablauf des Prioritätsjahres muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer mitteilen, ob und in welchem Land er die Erfindung anmeldet, und dem Erfinder die Anmeldung für diejenigen Länder freigeben, in welchen er keine Anmeldung tätigen will. Der Arbeitgeber muss den Erfinder stets über den Verlauf der Anmeldung informieren und kann die Erfindung nur mit Einverständnis des Erfinders aufgeben. In der Regel muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer dann jedoch die Möglichkeit geben, die Anmeldung selbst zu übernehmen.
Freie Erfindungen muss der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber unverzüglich und in Textform mitteilen. Der Arbeitnehmer kann seit dem 1. Oktober 2009 Telefax oder E-Mail zur Übermittlung der Mitteilung verwenden. Die Mitteilungspflicht entfällt nur dann, wenn die Erfindung offensichtlich im Arbeitsbereich des Arbeitgebers nicht verwendbar ist. Im Zweifelsfall sollte eine Meldung der Erfindung durch den Arbeitnehmer immer erfolgen, um Schadensersatzansprüche des Arbeitgebers und arbeitsrechtliche Konsequenzen auszuschließen. Die Mitteilung muss detaillierte Information über die Erfindung und ihre Entstehung enthalten, so dass der Arbeitgeber deren Einstufung als freie Erfindung bzw. Diensterfindung zuverlässig beurteilen kann. Aus der Mitteilung muss ebenfalls hervorgehen, dass der Arbeitnehmer die Erfindung als freie Arbeitnehmererfindung ansieht. Der Arbeitgeber kann innerhalb einer Frist von drei Monaten bestreiten, dass es sich bei der Erfindung um eine freie Erfindung handelt. Wenn die freie Erfindung in den Arbeitsbereich des Betriebes fällt, muss der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber eine nichtausschließliche Benutzung zu angemessenen Bedingungen anbieten, bevor er die Erfindung während der Dauer des Arbeitsverhältnisses anderweitig verwertet.
Bis zum 30. September 2009 galt, dass innerhalb von 4 Monaten ab dem Zeitpunkt des Eingangs der Erfindungsmeldung der Arbeitgeber die Rechte an der Erfindung an sich ziehen kann. Dies erfolgte durch die so genannte Inanspruchnahme (§ 6, § 7 ArbnErfG), die eine einseitige, zustellungsbedürftige Willenserklärung des Arbeitgebers darstellt und schriftlich erfolgen muss. Die fristgerechte Erklärung der Inanspruchnahme war zur Wahrung der Rechte des Arbeitgebers wichtig, da andernfalls später ein eventueller Verlust des (ohne Inanspruchnahme angemeldeten) entsprechenden Patents oder Gebrauchsmusters an den Arbeitnehmer drohen konnte.
Durch das Gesetz zur Vereinfachung und Modernisierung des Patentrechtes, welches am 1. Oktober 2009 in Kraft trat, gilt die Inanspruchnahme als erklärt, wenn der Arbeitgeber die Erfindung nicht bis zum Ablauf von vier Monaten nach Eingang der Erfindungsmeldung freigibt.
Als Ausgleich dafür, dass der Arbeitnehmer durch die Inanspruchnahme des Arbeitgebers die Rechte an seiner Erfindung verliert, entsteht mit der Inanspruchnahme der Vergütungsanspruch des Arbeitnehmers gegenüber dem Arbeitgeber (§ 9 ArbnErfG). Der Arbeitgeber ist nach der Erfindungsmeldung zur unverzüglichen Schutzrechtsanmeldung (Patent oder Gebrauchsmuster) verpflichtet.
Vor dem 1. Oktober 2009 konnte der Arbeitgeber die Erfindung auch nur beschränkt in Anspruch nehmen, wodurch er nur ein nichtausschließliches Benutzungsrecht an der Erfindung erwarb. Für dieses hatte der Arbeitnehmer jedoch ebenfalls einen Vergütungsanspruch gegenüber dem Arbeitgeber, jedoch nur, wenn dieser die Erfindung benutzt, da der Arbeitgeber keine sonstigen Vorteile (z. B. durch Sperrwirkung oder Vorratswirkung) genießt. In der Praxis war die beschränkte Inanspruchnahme aufgrund der Vergütungsproblematik jedoch nur selten anzutreffen.
Durch das Gesetz zur Vereinfachung und Modernisierung des Patentrechtes, welches am 1. Oktober 2009 in Kraft trat, ist die beschränkte Inanspruchnahme weggefallen.
Der Vergütungsanspruch richtet sich nach den vom Bundesminister für Arbeit erlassenen ArbNEG-Richtlinien, Text unten unter Weblinks.
Die Rechte und Pflichten von Dienstnehmern und Dienstgebern in Zusammenhang mit Erfindungen sind in den §§ 6 – 19 des österreichischen Patentgesetzes (PatG) geregelt.
§ 7Vorlage:§/Wartung/RIS-Suche PatG definiert die Bedingungen, damit eine Diensterfindung vorliegt. Es muß eine diesbezügliche schriftliche Vereinbarung zwischen Dienstnehmer und Dienstgeber oder ein Kollektivvertrag darüber vorliegen, die Erfindung muß in das Arbeitsgebiet des Unternehmens fallen, in dem der Dienstnehmer tätig, ist und zumindest eine der drei weiteren Voraussetzungen muß ebenfalls erfüllt sein: a) die Tätigkeit, die zu der Erfindung geführt hat, muß zu den dienstlichen Obliegenheiten des Dienstnehmers gehören, oder b) der Dienstnehmer muß die Anregung zu der Erfindung durch seine Tätigkeit im Unternehmen erhalten haben, oder c) das Zustandekommen der Erfindung muß durch die Benützung der Erfahrungen oder der Hilfsmittel des Unternehmens wesentlich erleichtert worden sein.
Wenn eine Diensterfindung vorliegt, hat der Dienstnehmer sie unverzüglich dem Dienstgeber zu melden, dieser hat gemäß § 12Vorlage:§/Wartung/RIS-Suche PatG das Recht, sie innerhalb von 4 Monaten mit einer einseitigen Erklärung in Anspruch zu nehmen (die Frist von 4 Monaten wird durch manche Kollektivverträge auf 3 Monate verkürzt). Wenn der Dienstgeber die Frist versäumt wird die Erfindung frei und der Dienstnehmer kann darüber nach Belieben verfügen.
Als Gegenleistung für die Überlassung einer Erfindung hat der Dienstnehmer das Recht auf eine angemessene Vergütung, sofern er nicht ausdrücklich zur Erfindertätigkeit angestellt und entsprechend entlohnt wird (§ 8Vorlage:§/Wartung/RIS-Suche PatG).
Die Höhe der Vergütung bestimmt sich nach § 9Vorlage:§/Wartung/RIS-Suche PatG nach dem Nutzen, den das Unternehmen aus der Erfindung zieht. Dieser Nutzen kann mit der vom Obersten Gerichtshof (OGH) bevorzugten Methode der Lizenzanalogie, durch Bestimmung des innerbetrieblichen Nutzens oder durch Schätzung ermittelt werden.
Der Anteil der Erfahrungen, Hilfsmittel und Vorarbeiten des Unternehmens reduziert die Höhe der Vergütung.
In der Praxis bestimmen Österreichische Gerichte die Angemessenheit der Vergütung oftmals anhand vergleichbarer Fälle in Deutschland, insbesondere werden die Entscheidungen der deutschen Schiedsstelle nach dem Gesetz über Arbeitnehmererfindungen berücksichtigt.
Ein besonderer Schutz des Dienstnehmers wird durch § 17Vorlage:§/Wartung/RIS-Suche PatG erzielt, wonach die Rechte des Dienstnehmers durch Vereinbarung weder aufgehoben noch beschränkt werden können.
§ 19Vorlage:§/Wartung/RIS-Suche PatG legt fest, dass die Ansprüche von Dienstnehmer und Dienstgeber innerhalb von 3 Jahren verjähren. § 20Vorlage:§/Wartung/RIS-Suche PatG definiert den Anspruch des Erfinders auch als solcher öffentlich genannt zu werden.